Gastkommentare

Aufsichtsräte zweiter Klasse?

Die steuerrechtliche Würdigung wirtschaftlicher Vorgänge überrascht regelmäßig nicht nur den Laien, sondern immer wieder auch mit der fiskalischen Sichtweise Vertraute. So hat vor geraumer Zeit die Qualifikation eines im Auftrag einer Großbank tätigen Geldboten, der kofferweise Schwarzgeld (abzüglich eines nicht vereinbarten geringfügigen „Selbsteinbehalts“) in ein kleines benachbartes Fürstentum zu überbringen hatte, als „gewerblich Tätiger und umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer“ einiges Aufse

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Algorithmen im Aufsichtsrat

Mitglied des Aufsichtsrats kann nach § 100 Abs. 1 Satz 1 AktG nur eine natürliche, unbeschränkt geschäftsfähige Person sein. Es steht daher nicht zu erwarten, dass Computer-Algorithmen demnächst in den Aufsichtsrat gewählt werden und eigenständig Organverantwortung übernehmen. Sensationsheischende Meldungen über einen Algorithmus namens Vital, der in der Venture Capital-Gesellschaft Deep Knowledge Ventures aus Hongkong angeblich Board Member mit vollem Stimmrecht ist, sind bei näherem Hinsehen d

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Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen (können)

Schon mehrfach wurde an dieser Stelle auf die Tatsache verwiesen, dass der deutsche Aufsichtsrat seit mehr als 150 Jahren keinen gesetzlichen Vergütungsanspruch hat. Selbst die Erstattung seiner Auslagen – wie Reise-, Hotel- und Verpflegungskosten – findet im Aktienrecht keinerlei explizite Erwähnung. Sogar der Ausbau der Mitbestimmung in den großen deutschen Kapitalgesellschaften durch das MitbestG 1976 hat diesbezüglich keinerlei Veränderung gebracht. So muss bezüglich der Auslagen auf den all

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Beredtes Schweigen

Seit 16 Jahren berichtet mit ungebrochener Regelmäßigkeit die „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ auf einer ausnahmslos hochrangig besetzten Kodex-Konferenz über ihre Arbeit am und zum DCGK, der 2002 erstmals veröffentlichten Variante eines „freiwilligen“ Regelwerks zur „Guten Unternehmensführung und -überwachung“ nach dem Motto „Von der Praxis für die Praxis“. Keine Geringere als die jeweils amtierende Bundesministerin der Justiz – zuletzt erstmals ein Minister – ließen

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Der unabhängige Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat muss allein, mutig und tapfer entscheiden können zum Wohle und im Sinne des Unternehmens, ohne Rücksichtnahme auf persönliche Bindungen oder eigene Interessen. Erfolgreiche Führung ist immer mit Blick auf die Zukunft, also nachhaltig in der zeitlichen Dimension, ausgestaltet. Dazu ist Mut zur Verantwortung gefragt. Meiner Meinung nach sind Tapferkeit und Mut neben Persönlichkeit und Charakter die entscheidenden Kraftquellen für gelebte Unabhängigkeit. Wir brauchen in der fortlau

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Weniger Vorschriften, mehr Vertrauen

Stimmen wir nicht alle darin überein, dass es zu viele Vorschriften gibt, die Unternehmertum lähmen und unsere Wettbewerbsfähigkeit behindern? Offenbar nicht, denn anders ist nicht zu erklären, dass auch die neue Bundesregierung das Wachstum des Regelgestrüpps nach allen Kräften fördern will. Unverändert kraftvoll unterstützt wird sie dabei von der Brüsseler Bürokratie. Unternehmen und ihre Verbände begehren zwar regelmäßig dagegen auf, aber mit mäßigem Erfolg. Und nicht immer gehen sie mit gute

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Aus der Welt der Wirtschaft in den gemeinnützigen Aufsichtsrat

Wenn ein Unternehmer oder eine Führungskraft aus der Wirtschaft durch die Pforten einer gemeinnützigen Organisation tritt, dann erwacht er in einer anderen Welt. Ganz so ist es nicht, aber es ist etwas dran. Was wir heute als „Unternehmen“ der Sozialwirtschaft, des Gesundheitswesens, der Kultur, des Schulwesens oder anderer gesellschaftlicher Bereiche kennen, das ist aus zwei Traditionssträngen zusammengewachsen. Strang eins führt zu den idealistischen Anfängen sozialer, kirchlicher oder sonstig

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Rote Ampeln für den Aufsichtsrat

Die Straßenverkehrsordnung kennt unter § 37 StVO (Wechsellichtzeichen) die Bestimmung: „Rot ordnet an: `Halt vor der Kreuzung´“. Eine Bestimmung, die auch den meisten Aufsichtsräten durchaus vertraut sein sollte. Die Farbfolge „Rot-Gelb-Grün“ begegnet vielen Gremienmitgliedern aber nicht nur im Straßenverkehr – den nicht wenige überwiegend aus dem privacy-verglasten Fond ihrer häufig chauffierten Limousinen höchstens im Ausnahmefall wahrnehmen werden. Nein, dieser farbliche Dreiklang hat schon l

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