Handelsblatt News

Eine Frau wird Börsenchefin in Riad

Als Frau darf sie sich in ihrem Land nicht hinters Lenkrad setzen, und bevor sie ein Bankkonto eröffnet, muss sie die Zustimmung ihres sogenannten "Beschützers" einholen. Doch einen der einflussreichsten Jobs, den Saudi-Arabien zu vergeben hat, bekam Sarah al-Suhaimi nun: Sie ist zur Chefin der saudi-arabischen Börse ernannt worden. Als ehemaliger Studentin der amerikanischen Eliteuniversität Harvard traut man ihr in Riad zu, mehr ausländisches Kapital ins Land zu holen. Das soll die Wirtschaft unabhängiger vom Ölgeld machen. Die größte regionale Börse rechnet mit einem Kapitalzufluss von "mehreren Milliarden Dollar", wie Suhaimis Vorgänger Khalid Al-Hassan im Januar in einem Interview sagte. Suhaimi ist keine "Alibifrau". Sie hat sich als Portfolio-Expertin und als Vorstandschefin der saudischen Investmentbank NCB Capital einen Namen gemacht. Die Ernennung der Finanzspezialistin sei Teil der Modernisierungsstrategie Riads, heißt es in der Tageszeitung "Saudi Gazette". Dass eine Frau

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Führung und Geld trennen

Geld ist ein schlechter Motivator - und tatsächlich belegen dies viele Studien. Paradoxerweise legen andere Untersuchungen nahe, dass Menschen sehr wohl auf monetäre Anreize reagieren. Was ist richtig? Blickt man auf Konzerne wie Bosch, Daimler oder auch Deutsche Bahn, ist die Antwort klar: Die Belohnung von Einzelkämpfertum mittels Bonus ist passé. Und das mit gutem Grund. Denn der Arbeitgeber schuldet seinen Mitarbeitern keineswegs nur Geld, sondern auch Feedback und Entwicklungsmöglichkeiten. Der weit verbreitete Trugschluss: Alles wird miteinander zu einem Prozess und einem Gesamtrating verknüpft und mündet in den individuellen Bonus. Für Aufsichtsrat und Vorgesetzte ist eine solch mechanistische Betrachtungsweise praktisch. Doch die "Gesamtnote" erfordert eine möglichst objektive Beurteilung, während sich die Realität nicht immer messen lässt. Und so führt der mechanistische Ansatz dazu, dass die Führungsaufgabe und die - qualität leiden - vor allem, wenn der Prozess am Ende in

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Anwalt des Abstands

Falls Peugeot-Citroën (PSA) wirklich Opel und Vauxhall übernehmen wird, wie PSA-Chef Carlos Tavares es gerne hätte, wird die Familie Peugeot in Zukunft wohl eine weniger wichtige Rolle im Unternehmen spielen. Kündigt sich da ein neues Drama an? Nein, der rund 300 Personen starke Clan ist zwar noch mit dem Unternehmen verbunden, das seinen Namen trägt. Mit Marie-Hélène Peugeot-Roncoroni, Robert Peugeot und Frédéric Banzet sind im Aufsichtsrat noch drei Vertreter der Peugeot-Erben vertreten, Banzet als Mitglied ohne Stimmrecht. Doch ihr Schicksal haben die Peugeots nicht mehr an PSA geknüpft. Dafür hat Robert gesorgt. Mehr als zwei Jahrhunderte haben die Nachkommen der Gründer die Geschicke des seinerzeit als Eisengießerei gegründeten Unternehmens bestimmt. Seit 2014 ist das Vergangenheit, und nach einem Kauf des Europa-Geschäfts von GM würden sich die Peugeots wohl noch ein Stück weiter davon entfernen. Sollte es bei PSA im Zuge des Opel-Kaufs zu einer Kapitalerhöhung kommen, wird die Familie

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Pleite mit Ansage

Vor knapp einem Monat starb überraschend der Hamburger Unternehmer Martin Kristek. Jetzt ist die Energiefirma Care Energy, die der Österreicher gründete, pleite. Für drei Unternehmen der Gruppe, die Care Energy AG, die Care Energy Holding GmbH und die Care Energy Management GmbH, wurden am Freitag Insolvenzverfahren eingeleitet. Vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Jan H. Wilhelm von hww Rechtsanwälte. Es ist eine Pleite mit Ansage: Die Care-Energy-Gruppe narrte über Jahre hinweg die deutsche Energiewirtschaft. Den Aufstieg schaffte das Unternehmen mit einem fragwürdigen Geschäftsmodell: Care Energy sah sich nicht als Stromlieferant, sondern als Energiedienstleister, der statt Strom Nutzenergie in Form von Wärme oder Licht lieferte. Dadurch nahm er für sich in Anspruch, den Kunden nicht die übliche EEG-Umlage in Rechnung stellen zu können. Entsprechend billig waren die Tarife und Care Energy brüstete sich einst damit, mehr als 400 000 Kunden unter Vertrag zu haben. Die Bundesnetzagentur

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Aufpasser soll Stromkunden schützen

Die spektakulären Pleiten der Billigstromanbieter Teldafax und Flexstrom liegen inzwischen sechs beziehungsweise vier Jahre zurück. Teldafax hinterließ 750 000 Kunden, Flexstrom 550 000. Der Schaden lag jeweils bei mehr als einer halben Milliarde Euro. Noch immer läuft die Abzocke auf dem deutschen Energiemarkt aber weiter. Die Verbraucherzentralen registrieren Monat für Monat Tausende Beschwerden. Ganz vorne in den Statistiken der Verbraucherschützer lag zuletzt Care Energy. Das Unternehmen erleidet nun dasselbe Schicksal wie Teldafax und Flexstrom: Mehrere Unternehmen der Gruppe reichten zum Wochenende einen Insolvenzantrag ein. Der Energiemarkt verzeichnet die nächste Pleite - und wieder bleiben wohl Tausende geschädigte Kunden zurück. Schon bald sollen die Energiekunden aber nach Informationen des Handelsblatts endlich eine schlagkräftige Lobby bekommen: den Energiemarktwächter. Der Verbraucherzentrale-Bundesverband (VZBV) wird im Auftrag der Bundesregierung systematisch nach Betrügereien

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Marktwächter soll Stromkunden schützen

Der deutsche Energiemarkt verzeichnet die nächste spektakuläre Pleite: Nach Teldafax und Flexstrom leiteten zum Wochenende mehrere Unternehmen der Care-Energy-Gruppe ein Insolvenzverfahren ein. Care Energy hatte über Jahre hinweg Branche und Kunden mit fragwürdigen Geschäftsmodellen genarrt. Die Bundesnetzagentur ermittelte seit 2013 und stellte im vergangenen Sommer die Leistungsfähigkeit infrage. Bei den Verbraucherzentralen liefen viele Beschwerden auf - unter anderem wegen fehlerhafter oder verspäteter Abrechnungen. In Zukunft sollen Verbraucher nach Informationen des Handelsblatts besser vor derart fragwürdigen Anbietern geschützt werden. Schon in Kürze soll ein sogenannter Marktwächter Energie starten, mit dem der VZBV (Verbraucherzentrale Bundesverband) im Auftrag der Bundesregierung den Wettbewerb kontrolliert. Der Marktwächter soll systematisch nach Betrügereien und Fehlentwicklungen fahnden und die Aufsichtsbehörden wie Bundesnetzagentur oder Kartellamt informieren. VZBV und

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"Aus dem Zwielicht heraus"

Der gepanzerte Audi A8 von Stephan Weil rast mit 160 Stundenkilometern über die Autobahn nach Salzgitter. Niedersachsens Ministerpräsident ist auf dem Weg zu einem SOS Kinderdorf, danach geht es zu einem Kindergarten und zur Feuerwehr. Weil will den Kontakt zu den Menschen halten. Zu groß sei sonst die Gefahr, dass er nur die Sicht von Lobbyisten hört und den Blick auf die Wirklichkeit verliert. Auf der Fahrt führt er mit dem Handelsblatt ein Interview über die Themen, die sein Arbeitsleben dominieren. Der ehemalige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch beschuldigt Sie und andere Aufsichtsräte, früh von dem Abgasskandal bei VW gewusst zu haben. Hinzu kommt eine Diskussion über hohe Managergehälter und den Konzernumbau. Ist VW außer Kontrolle? Keine Sorge, VW ist natürlich unter Kontrolle. Die Aufarbeitung von Dieselgate und der Umbau von VW sind aber ohne Zweifel herausfordernd. Da wird es immer wieder auch Rückschläge geben. Persönlich bin ich überzeugt, dass wir gleichzeitig so etwas

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Gehälterzoff in der Union

Die Wirtschaftspolitiker der Union wehren sich massiv gegen Pläne, Gehälter von Managern gesetzlich zu begrenzen. "Wir haben da eine klare Festlegung im Koalitionsvertrag", sagte der Chef des Parlamentskreises Mittelstand der Unionsfraktion im Bundestag, Christian von Stetten. "Die Gesellschafterversammlung ist zuständig für die Lohnhöhe - nicht der Staat." Die Debatte entfachte sich am Dienstag in der Fraktionssitzung. Kanzlerin Angela Merkel und Fraktionschef Volker Kauder hatten sich offen gezeigt, gesetzlich gegen ausufernde Managergehälter vorzugehen. So hatten beide dafür geworben, dass die Hauptversammlung eines Unternehmens über die Höhe der Gehälter entscheiden soll. Das sieht auch der Koalitionsvertrag vor. Darüber hinaus warben Merkel und Kauder nach Angaben von Teilnehmern aber auch dafür, die steuerliche Abzugsfähigkeit der Gehälter zu beschränken - so wie es SPD und Grüne planen. Der Wirtschaftsflügel pochte darauf, die ordnungspolitischen Grundsätze einzuhalten. Entsprechend

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