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Corporate Real Estate Management: IFRS 16 ist eine Belastung


38 Prozent der Unternehmen sehen sich von IFRS 16 stark betroffen. Auf kurze Sicht ist IFRS 16 eine Belastung – auf mittlere Sicht könnte die Bilanzrichtlinie zur Digitalisierung des Corporate Real Estate Managements beitragen. | ©adrian_ilie825/fotolia.com

Der neue Leasingstandard IFRS 16 stellt viele deutsche Konzerne vor enorme Herausforderungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter den Immobilienmanagern ausgewählter Großunternehmen – davon die Hälfte aus dem Dax.

Im Zuge des neuen Leasingstandards IFRS 16 wurde gemutmaßt, ob Unternehmen ihre Entscheidung, Immobilien zu kaufen oder mieten, überdenken werden. Es kam jedoch ganz anders: Stattdessen zeigten sich die wesentlichen Auswirkungen des Standards an anderer Stelle. So verursachten die neuen Regeln einen immensen Aufwand – etwa was die Beschaffung der erforderlichen Daten zu Miethöhe und Mietdauer betrifft.

Zähe Umstellungsarbeiten aufgrund überfälliger Digitalisierung

„Auf kurze Sicht bedeutet IFRS 16 eine Belastung für die Unternehmen. Allerdings zeigen die zähen Umstellungsarbeiten zugleich, woran es im Immobilienmanagement immer noch mangelt – nämlich an den nötigen technischen Applikationen, um das eigene Leasinggeschäft überhaupt abbilden zu können. Insofern dürfte IFRS 16 auf mittlere Sicht zu einem Katalysator für die überfällige Digitalisierung des Corporate Real Estate Managements werden“, erklärt David Rouven Möcker, Senior Manager für Corporate Real Estate bei PwC und Mitautor der PwC-Studie.

Digitalisierung des Corporate Real Estate Managements (CREM) hat „hohe Potenziale“

Tatsächlich schätzt die Hälfte der befragten CREM-Verantwortlichen den digitalen Reifegrad der eigenen Abteilung noch immer nur als „ausreichend“ oder gar „ungenügend“ ein. So gaben die Befragten unter anderem an, dass in ihrem Unternehmen viele Aufgaben, die sich eigentlich längst digitalisieren ließen, noch immer manuell ausgeführt würden. An der Notwendigkeit der digitalen Transformation bestehen hingegen keine Zweifel: 81 Prozent der Befragten versprechen sich davon „hohe Potenziale“, 19 Prozent zumindest „mittlere Potenziale.“ Als besonders lohnenswert werden dabei Schnittstellenreduktion und Automatisierung angesehen (56 Prozent). Zudem mahnt jeder zweite Umfrageteilnehmer eine Verbesserung des Datenmanagements an.

Betriebliches Immobilienmanagement der Zukunft

Spannend wird sein, wie sich die Struktur des betrieblichen Immobilienmanagements im Zuge der Digitalisierung verändern wird. Wie die PwC-Studie zeigt, richtet mehr als jedes zweite Unternehmen (56 Prozent) seine CREM-Abteilung inzwischen zentral aus. Daneben werden Hybridmodelle mit zentralem Management bei zugleich regionaler Prozessverantwortung immer beliebter (31 Prozent). „Der Trend zum Outsourcing dürfte in den nächsten Jahren zunehmen, sodass sich die Immobilienmanager im Zuge der Digitalisierung stärker auf die wertschöpfenden Prozesse konzentrieren können“, prognostiziert Susanne Eickermann-Riepe, Real Estate Leader und Partnerin bei PwC.

(PwC / Viola C. Didier)


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