Kategorien

DAX-Konzerne mehrheitlich in ausländischer Hand


Die Ausschüttungen an ausländische Aktionäre steigen um 18 % auf den Rekordwert von 19,4 Milliarden Euro, während deutsche Aktionäre hingegen eine immer kleinere Rolle spielen. | ©fotogestoeber/fotolia.com

Ausländische Aktionäre habe immer mehr Einfluss auf die Strategien der deutschen Unternehmen – nicht zuletzt, weil ausländische Großinvestoren in zahlreichen DAX-Aufsichtsräten vertreten sind.

Ausländische Investoren haben ihr Engagement bei DAX-Konzernen im vergangenen Jahr gesteigert: Zum Jahresende 2017 hielten sie durchschnittlich 53,7 % der Aktien – ein Jahr zuvor hatte der Anteil bei 52,4 % gelegen. Entsprechend profitieren ausländische Investoren in diesem Jahr überdurchschnittlich stark von den kräftig steigenden Dividendenausschüttungen der deutschen Top-Konzerne: Die Ausschüttungen an ausländische Aktionäre steigen um 18 % auf den Rekordwert von 19,4 Milliarden Euro, während die Dividendenzahlungen an inländische Aktionäre nur um 9 % auf 12,9 Milliarden Euro zulegen. Deutsche Aktionäre spielen hingegen eine immer kleinere Rolle: Sie hielten zum Jahresende 35,8 % der Anteile (Vorjahr: 37,7 %), geografisch nicht zuordnen ließen sich 10,5 % der Aktien.

Interesse aus dem Ausland wird weiter steigen

Aktuell liegen bei den Unternehmen, die entsprechende Angaben machen, durchschnittlich 28,2 % der Aktien bei Investoren aus dem europäischen Ausland – das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr – und 20,5 % bei nordamerikanischen Investoren, was einem Zuwachs um einen Prozentpunkt entspricht. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zur Aktionärsstruktur der im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Unternehmen. Stichtag ist jeweils das Ende des vergangenen Geschäftsjahres. „Die deutschen Top-Konzerne agieren heute in einer stark globalisierten Weltwirtschaft, sie erwirtschaften einen immer größeren Teil ihres Umsatzes auf ausländischen Märkten und sind auf diesen Märkten zum Teil auch Marktführer. Aufgrund ihres weltweiten Erfolgs liegt es nahe, dass das Interesse ausländischer Investoren an Deutschlands Top-Unternehmen weiter steigt“, resümiert Mathieu Meyer, Mitglied der Geschäftsführung bei EY.

Starker Einfluss auf Unternehmensstrategie

Die stark gestiegene Bedeutung ausländischer Aktionäre habe auch Einfluss auf die Strategien der deutschen Unternehmen, beobachtet Meyer – nicht zuletzt, weil ausländische Großinvestoren in zahlreichen DAX-Aufsichtsräten vertreten sind: „Die verstärkte Ausrichtung der DAX-Unternehmen auf internationale Märkte und die steigende Bedeutung internationaler Investoren beschleunigen den Transformationsprozess, in dem sich viele DAX-Konzerne inzwischen befinden. Mit Abspaltungen großer Unternehmensteile und Zukäufen in großem Stil modernisieren sich die Unternehmen und gestalten dabei einen tiefgreifenden Wandel ihrer Strukturen und ihrer Geschäftsmodelle. Sie steigern ihre Flexibilität und ihre Handlungsfähigkeit in einer sich rasant verändernden Weltwirtschaft. Viele DAX-Konzerne sind inzwischen Weltunternehmen mit Hauptsitz in Deutschland – da sind eine steigende Bedeutung und ein zunehmender Einfluss ausländischer Investoren nur logisch.“

(EY / RES JURA Redaktionsbüro)


Top