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Deutsche Unternehmen sind schlecht auf Krisen vorbereitet


Fast jedes Unternehmen ist sich bewusst, dass es in naher Zukunft in eine Krise geraten kann, dennoch haben 60 % kein festes Krisenteam. | © alphaspirit/fotolia.com

Sechs von zehn deutschen Unternehmen waren in den vergangenen fünf Jahren von einer Krise betroffen – und fast 100 % gehen davon aus, dass sie in naher Zukunft (erneut) in eine Krisensituation schlittern könnten. Dennoch haben 60 % kein festes Krisenteam.

Für den „Global Crisis Survey 2019“ hat PwC 2.000 Unternehmen aus 43 Ländern befragt, darunter 100 deutsche Führungskräfte. Bei der Analyse handelt es sich um die weltweit umfangreichste Erhebung von Unternehmenskrisendaten.

Die häufigsten Krisen der vergangenen Jahre waren Unterbrechungen des Betriebs (27 %), gefolgt von einem Ausfall der Technologie (25 %). Jeder Vierte (23 %) berichtete über Fehlverhalten bei der Mitarbeiterführung als Auslöser für die Krise, 21 % über rechtliche oder regulatorische Vorfälle. Die Befragten sind sich dabei bewusst, dass niemand vor einer Krise sicher ist: Fast 100 % der deutschen sowie 95 % der globalen Führungskräfte gehen davon aus, dass ihr Unternehmen in naher Zukunft (erneut) von einer Krise getroffen werden könnte.

Nur 40 % haben einen Plan zur Krisenprävention

Viele Unternehmen sind sich jedoch noch nicht darüber im Klaren, wie wichtig ein Plan zur Krisenprävention ist. Nur 40 % der Führungskräfte hierzulande bestätigen, dass ihr Unternehmen einen Krisennotfallplan implementiert hat. Weltweit sind es immerhin 52 %. Und weniger als ein Drittel der bundesweit befragten Manager (32 %) geben an, dass sie ihre Krisenreaktionsfähigkeit regelmäßig überprüfen und testen. Insofern verwundert es kaum, dass jeder Zweite (48 %) berichtet, dass er sich von der letzten Krise überfordert gefühlt habe.

Dabei sei ein komplexer und überbordender Krisenplan, der jedes mögliche Szenario berücksichtigt, gar nicht nötig, rät PwC-Expertin Claudia Nestler: „Der Krisenplan sollte variabel und wirklich umsetzbar sein. Dafür müssen Unternehmen zunächst das größte Risiko ins Auge fassen, das ihr Unternehmen oder ihre Branche treffen könnte.“

Krisenteam mit festen Verantwortlichkeiten ist die Ausnahme

Die Studie zeigt, wo die größten Schwachstellen im Umgang mit Krisen liegen: Sowohl bundes- als auch weltweit gab rund jeder vierte Befragte an, keine Verantwortlichkeiten zur Prävention und Bewältigung von Krisen auf Führungsebene festgelegt zu haben. 29 % der deutschen Manager haben zwar eine verantwortliche Person benannt, jedoch keine festen Aufgaben für diese Rolle definiert.

Lediglich 39 % der Befragten haben ein Kernteam, um auf eine Krise zu reagieren. Das bedeutet im Umkehrschluss: Mehr als 60 % der deutschen Unternehmen haben kein festgelegtes Krisenteam oder verlassen sich lediglich auf eine informelle Übereinkunft, wer im Falle einer Krise zusammenkommt. Ebenfalls kritisch: Nur 13 % führen nach einer Krise eine Ursachenanalyse durch und nutzten die daraus gewonnenen Erkenntnisse, um ihren Notfallplan zu optimieren.

So gehen Unternehmen gestärkt aus Krisen hervor

Immerhin jedes dritte deutsche Unternehmen, das von einer Krise betroffen war, fühlte sich im Anschluss in einer besseren Ausgangsposition. Wie ist es dieser Gruppe gelungen, aus der Krise zu lernen? 61 % der Befragten, die gestärkt aus einer Krise hervorgegangen sind, stellten ein Budget zur Krisenprävention bereit. 69 % gaben an, dass sie nun einen Notfallplan haben, den sie in Krisensituationen umsetzen. Und 87 % haben eine Ursachenanalyse des Vorfalls durchgeführt, wobei immerhin drei von vier Unternehmen die Erkenntnisse aus dieser Analyse auch umgesetzt und ihr Krisenmanagement entsprechend angepasst haben.

(PwC / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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