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Deutsche Vorstandsgehälter auf Platz drei


Die Studie „CEO pay landscape in Europe’s Top 100 companies“ von Willis Towers Watson analysiert seit 2013 jährlich die Vergütungen der Vorstandsvorsitzenden der in Europa nach Marktkapitalisierung führenden Unternehmen. Basis der Auswertung sind die im STOXX All Europe 100 gelisteten Unternehmen. | © weyo/fotolia.com

Die Gesamtdirektvergütung der deutschen Vorstandsvorsitzenden unter den größten europäischen Unternehmen ist 2017 auf 6,35 Millionen Euro im Median gestiegen. Damit liegen die deutschen Vergütungen auf Rang 3, fast gleichauf mit den zweithöchsten Vergütungen, die CEOs in Großbritannien erhalten (6,38 Millionen Euro).

„Über mehrere Jahre betrachtet bleibt die Gesamtdirektvergütung unter den größten Unternehmen Europas stabil, wie unsere Auswertungen ergeben“, sagt Frank Hoyck, Leiter des Beratungssegments Talent & Rewards bei Willis Towers Watson zu den Ergebnissen der diesjährigen Studie „CEO pay landscape in Europe’s Top 100 companies“ von Willis Towers Watson, die die Vergütung der Vorstandsvorsitzenden in den nach Marktkapitalisierung führenden europäischen Unternehmen untersucht.

Weniger CEO-Wechsel im Jahr 2017

Der Anstieg unter den deutschen Unternehmen in diesem Jahr zeigt sich nicht nur unter denjenigen, die zu den größten Europas gehören, sondern auch im DAX. Auch hier ist der Median der Gesamtdirektvergütung im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen – von 4,99 Millionen Euro in 2016 auf 5,75 Millionen Euro in 2017. „Allerdings ist diese Entwicklung auch auf die geringe Anzahl an CEO-Wechseln im Jahr 2017 und damit eine deutlich breitere Auswertungsbasis im Vergleich zum Vorjahr zurück zu führen“, so Hoyck.

Fixgehälter kaum, Boni leicht gestiegen

Insgesamt sind die europäischen Gesamtdirektvergütungen im Median um rund fünf Prozent gestiegen: von 5,46 Millionen Euro 2016 auf 5,73 Millionen Euro im Jahr 2017. Dabei blieben sowohl die Grundgehälter als auch die langfristig gewährten variablen Vergütungen relativ stabil, während die für 2017 ausbezahlten Boni leicht auf 135 Prozent des Fixgehalts gestiegen sind (Vorjahr: 126 Prozent). „Insgesamt hat im vergangenen Jahr europaweit eine Angleichung der Gesamtdirektvergütungshöhen stattgefunden“, sagt Vergütungsexperte Hoyck.

Wer bekommt was?

Die höchste Gesamtdirektvergütung erreichte mit 12,88 Millionen Euro Dr. Severin Schwan von Roche. An zweiter Stelle liegt Carlos Brito, CEO von AB InBEV, mit einem Jahresgehalt von 12,81 Millionen Euro, gefolgt von Sergio P. Ermotti von der Schweizer UBS Group (12,52 Millionen Euro) und Joseph Jimenez, CEO des Pharmakonzerns Novartis (11,58 Millionen Euro). Platz fünf geht mit einer Vergütung von 10,79 Millionen Euro an den CEO eines deutschen Unternehmens: Bill McDermott von SAP, der im Vorjahr noch auf dem vierten Platz lag. Der Anteil der fixen Vergütung ist unter den Schweizer CEOs mit 25 % am niedrigsten. In UK korrelieren die hohen Gesamtdirektvergütungen ebenfalls mit niedrigeren Grundgehältern.

Neue Aktionärsrichtlinie: Handlungsbedarf für deutsche Firmen

Die von der EU verabschiedete neue Aktionärsrechte-Richtlinie, die alle Mitgliedstaaten bis Juni 2019 in ihre lokale Gesetzgebung einbetten müssen, schreibt sehr ausführliche Angaben zur Ausgestaltung der Vergütung sowie den tatsächlichen Auszahlungen vor. Von den Änderungen betroffen sind damit vor allem kleinere Unternehmen, die bislang nicht regelmäßig über Vergütungsfragen abgestimmt haben. Aber auch für größere Unternehmen in Deutschland besteht aufgrund des erhöhten Detailgrads der erforderlichen Angaben Handlungsbedarf. „Die Unternehmen sollten sich rechtzeitig mit den neuen Anforderungen auseinandersetzen und gemeinsam mit allen wichtigen Stakeholdern die jetzige Praxis überprüfen“, empfiehlt Frank Hoyck. „Kosmetische Anpassungen reichen auf keinen Fall aus.”

(Willis Towers Watson / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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