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Digitalisierung: Große, westdeutsche Mittelständler geben den Takt vor


Die Digitalisierung verändert die Art, wie wir konsumieren, leben und arbeiten. Das hat auch Konsequenzen für die deutschen Mittelständler. | ©putilov_denis/fotolia.com

Vor allem große Mittelständler setzen auf digitale Technologien. Bei 77 % der Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro spielen sie eine mittelgroße bis sehr große Rolle. Bei kleineren Unternehmen mit einem Umsatz von unter 30 Millionen Euro beträgt der Anteil dagegen nur 54 %.
Der deutsche Mittelstand setzt auf die Digitalisierung: Bei zwei von drei mittelständischen Unternehmen (66 %) spielen digitale Technologien für das eigene Geschäftsmodell inzwischen eine mittelgroße bis sehr große Rolle. Vor einem Jahr lag der Anteil bei 60 %. Nur noch 6 % der Unternehmen sagen, dass digitale Technologien für sie gar keine Rolle spielen – im Vorjahr war der Anteil mehr als doppelt so hoch.
Rahmenbedingungen in jedem Bundesland anders
Allerdings stoßen die deutschen Mittelständler bei den Bemühungen, ihre Geschäftsmodelle stärker zu digitalisieren, offenbar von Bundesland zu Bundesland auf sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen: In den ostdeutschen Bundesländern bewerten gerade einmal 53 % der Unternehmen die Bedingungen vor Ort als positiv. In den westdeutschen Bundesländern liegt der Anteil hingegen bei 67 % – in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg sogar bei 80 %. Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young), für die 1.500 mittelständische Unternehmen in Deutschland befragt wurden.
Standort als Wettbewerbsnachteil
„Die Digitalisierung steht ganz oben auf der Agenda des deutschen Mittelstandes“, resümiert Michael Marbler, Partner bei EY und verantwortlich für den Bereich Mittelstand. „Es gibt fast kein Unternehmen mehr, bei dem digitale Technologien für das eigene Geschäftsmodell bedeutungslos sind. Dennoch beobachten wir weiterhin zwei Geschwindigkeiten: Während vor allem die großen und wachstumsstarken Mittelständler auf die Digitalisierung setzen, gehen andere langsamer vor, wobei sie teils auch von den nicht immer optimalen Rahmenbedingungen vor Ort ausgebremst werden. In einem Hightech- und Hochlohnstandort wie Deutschland wird das zum echten Wettbewerbsnachteil.“
(EY / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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