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Entlastung bei Nachfolgen auch dank mehr Übernahmen


Gerade Gremien wie der Aufsichtsrat sollten im Nachfolgeprozess frühzeitig hinzugezogen werden. Aufsichtsräte oder Beiräte sind schließlich mit dem Unternehmen vertraut. | ©cirquedesprit/fotolia.com

Leichte Entspannung bei der Anzahl kurzfristig angedachter Unternehmensnachfolgen im Mittelstand. Eine Ursache für die aktuelle Entlastung ist in dem zuletzt gewachsenen Interesse für Übernahmegründungen zu sehen. Das reduziert die Zahl offener Nachfolgewünsche.

Die Tragweite eines zu gestaltenden Generationenwechsels im Unternehmen ist enorm. Im Regelfall ist es für den scheidenden Kopf des Unternehmens wie auch für den nachfolgenden Jungunternehmer ein tief greifendes Lebensereignis – nicht selten stark emotional aufgeladen. Eine Routine gibt es beiderseitig nicht, auf konkrete eigene Erfahrungen lässt sich meist nicht zurückgreifen. Erfahrungen anderer sind ebenso rar gesät, denn Verhandlungen im Zuge einer Nachfolgeregelung finden weit gehend im Verborgenen statt.

Aufsichtsrat als wichtiges Puzzleteil

Sehr viele Puzzleteile gilt es in einem Kompromiss zusammenzusetzen – ein Prozess der ausreichend Vorbereitung und Information bedarf. Gerade Gremien wie der Aufsichtsrat sollten frühzeitig herangezogen werden. Aufsichtsräte oder Beiräte sind schließlich mit dem Unternehmen vertraut.

Umso erfreulicher ist die in der jüngsten Vergangenheit merklich gestiegene Diskussion, die sich um die Königsdisziplin Nachfolge entfacht hat: Vor allem wirtschaftspolitisch – sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene – ist viel passiert. Auch das Bewusstsein der Inhaber/innen kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU)  in Deutschland wächst. Aktuelle Daten des KfW-Mittelstandspanels zum Nachfolge-Monitoring Mittelstand deuten etwas Entspannung bei der Zahl kurzfristig anstehender Unternehmensnachfolgen an

Nachfolgelösung mittlerweile im Gepäck

In den kommenden beiden Jahren planen 152.000 Inhaber und Inhaberinnen mittelständischer Unternehmen ihren Rückzug und streben dabei an, das Unternehmen in die Hände eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin zu legen. Das entspricht 4 % aller KMU in Deutschland bis Ende 2021. Die kurzfristigen Planungen sind damit im Vergleich zu den vergangenen Erhebungen zurückgegangen. In den zurückliegenden beiden Jahren äußerten jeweils noch rund 6 % der Inhaber/-innen einen derart zeitnahen Nachfolgewunsch (ca. 227–240.000 Unternehmen).

Zudem haben mehr Unternehmen bereits eine Nachfolgelösung im Gepäck. Familieninterne Nachfolgen verlieren weiter an Bedeutung. Hingegen wird der Wunsch nach externen Käufern immer stärker. Auch die Preiserwartungen der Inhaber ziehen wiederholt leicht an. Perspektivisch wird der demografische Wandel den Bedarf an Nachfolgern erhöhen. Einer wachsenden Zahl übergabewilliger Inhaber wird eine schrumpfende Zahl potenzieller Übernehmer gegenüberstehen. Die nachrückenden Unternehmergenerationen sind zu dünn besetzt.

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Das Buch „Familienexternes Management im Mittelstand“ liefert einen praktischen Leitfaden für alle, die sich mit einer externen Nachfolge beschäftigen. Sie lernen die Grundlagen, Fallstricke und Erfolgsfaktoren eines familienexternen Managements kennen. Außerdem erhalten Sie einen exklusiven Blick hinter die Kulissen: Gesellschafter und Fremdmanager schildern ihre persönlichen Erfahrungen mit externen Nachfolgeprozessen in Familienunternehmen.

Das Buch richtet sich an Familienunternehmer, Gesellschafter von Familienunternehmen, familienexterne Manager sowie an Beirats- und Aufsichtsratsmitglieder in Familienunternehmen.

„Familienexternes Management im Mittelstand“ von Dr. Christoph Achenbach, ISBN: 978-3-942543-76-7

(KfW / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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