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EU sieht sich mit weltweit zunehmender Marktabschottung konfrontiert


Deutschland hat im Jahr 2017 den Vorsitz der G20 inne. Das Gipfeltreffen wird am 7. und 8. Juli 2017 in Hamburg stattfinden. Die G20 versammelt die größten Industrienationen und Schwellenländer. | ©Olgastocker/fotolia.com

Die Europäische Kommission prangert den zunehmenden Protektionismus in der Welt an. In ihrem jährlichen Bericht über Handels- und Investitionshindernisse verzeichnet die Kommission für das Jahr 2016 eine Zunahme solcher Handelshindernisse um zehn Prozent, was einem Schaden an verlorenen Ausfuhren von 27 Mrd. Euro entspricht.

Ende vergangenen Jahres waren weltweit in über 50 Märkten nicht weniger als 372 Handelshindernisse in Kraft. Die 36 Hemmnisse, die 2016 neu eingeführt wurden, könnten die Ausfuhren aus der EU beeinträchtigen. Unter den Ländern mit den meisten Einfuhrhemmnissen rangieren die G20-Länder ganz vorne, unter denen sich auch die 10 Länder mit den meisten protektionistischen Maßnahmen befinden. Russland, Brasilien, China und Indien führen die Liste an. Russland und Indien haben sogar die meisten der 2016 gemeldeten neuen protektionistischen Maßnahmen eingeführt, gefolgt von der Schweiz, China, Algerien und Ägypten.

Wiederherstellung normaler Handelsbedingungen in 20 Fällen

Die Kommission hat die europäischen Unternehmen energisch gegen den aufkommenden Protektionismus verteidigt, sodass sie 2016 greifbare Erfolge verzeichnen konnte. Es gelang ihr in 20 unterschiedlichen Fällen, in denen EU-Ausfuhren im Wert von 4,2 Mrd. Euro beeinträchtigt waren, wieder normale Handelsbedingungen herzustellen. Südkorea, China, Israel und die Ukraine führen die Liste der Länder an, für die die EU erfolgreich Handelshemmnisse abbauen konnte. Die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, die Automobilindustrie und die Kosmetikbranche der EU profitierten am meisten von den jüngsten EU-Maßnahmen.

G20-Gipfel in Hamburg

„Es ist nicht zu leugnen, dass der Protektionismus Aufwind hat, was nicht ohne Folgen für die europäischen Unternehmen und ihre Arbeitnehmer bleibt“, erklärt EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström. „Dass die größte Anzahl von Handelshemmnissen in G20-Ländern besteht, ist besorgniserregend. Auf dem bevorstehenden G20-Gipfel in Hamburg wird die EU die Staats- und Regierungschefs auffordern, ihren Worten Taten folgen zu lassen und nicht in Protektionismus zu verfallen. Die Europäische Union wird nicht tatenlos zusehen, sondern, ohne zu zögern, die ihr zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen, wenn sich andere Länder nicht an die Regeln halten.“

(EU-Kommission / Viola C. Didier)


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