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Finanzberichte und Reporting Standards machen CFOs zu schaffen


Weltweit sind 82 % der Unternehmen überzeugt, dass sich Aufsichtsgremien in Zukunft stärker um die Unternehmenskultur und ihren Folgen für die Prävention von Kriminalität und die Einhaltung von Compliance-Vorgaben kümmern müssen. | ©Egor/fotolia.com

Die Ansprüche an das Corporate Reporting werden immer größer. Mehr als die Hälfte der Unternehmen müssen elf oder mehr Reporting-Standards- oder Reporting-Systeme beachten. Zudem kommen auf Aufsichtsräte mit dem stärkeren Einsatz von Künstlicher Intelligenz neue Aufgaben zu.

Das Corporate Reporting wird immer komplexer: 56 % der Unternehmen müssen mehr als elf Standards beachten. Die Zahl der Finanzberichte ist bei sechs von zehn Unternehmen gestiegen, wie aus dem vierten Global Reporting Survey der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervorgeht. Der steigende Aufwand bleibt nicht ohne Folgen: 71 % der Unternehmen gehen davon aus, dass die zunehmende Komplexität zu Lasten der Effektivität der Berichterstattung geht. „Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihr Reporting den gewachsenen Aufgaben anzupassen“, erklärt Dr. Karsten Füser, Partner und Global Financial Accounting Advisory Markets Leader bei EY. „Data Analytics, Blockchain und andere innovative Ansätze bieten Lösungen, doch die Unternehmen tun sich mit der Umsetzung schwer.“

Reporting-Systeme sind häufig nicht verknüpft

Die Unternehmen haben das Problem erkannt. 87 % wollen in den nächsten zwei Jahren ihre Investitionen in moderne Technologien für das Reporting erhöhen. Im Vordergrund stehen dabei moderne IT-Konzepte und der Einsatz von Data Analytics. Das ist auch dringend geboten. Denn häufig nutzen die Unternehmen die Chancen eines modernen Corporate Reporting nicht aus. In Konzernen mit Tochtergesellschaften in verschiedenen Ländern kommen nicht selten unterschiedliche Technologien zum Einsatz. „Oft sind die Systeme nicht miteinander verknüpft, sondern laufen parallel. Das erschwert die schnelle Auswertung von Daten und erhöht die Risiken“, betont Füser. Ein modernes Reporting ist ein zentrales Steuerungsinstrument für die tägliche Arbeit von Unternehmen und liefert Informationen für Entscheidungen des Managements.

Neue Aufgaben für Aufsichtsräte

Auf die Aufsichtsräte kommen mit dem stärkeren Einsatz von Künstlicher Intelligenz oder Data Analytics neue Aufgaben zu. „Mit den wachsenden sozialen, politischen und technischen Risiken verändert sich ihre Arbeit. In einer Welt im permanenten Wandel wird es immer wichtiger, Risiken frühzeitig zu erkennen“, so Füser. Deswegen gehen die Befragten davon, dass Aufsichtsräte in Zukunft ihr Know-how erweitern müssen, um ihren Kontrollauftrag erfüllen zu können. Besonders wichtig sind für 75 % der deutschen Unternehmen Kompetenzen und Verständnis der rechtlichen Rahmenbedingungen für die externe Bearbeitung von Daten, gefolgt von Datenschutzrisiken mit 70 %. Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen internen und externen Prüfern wünschen sich 55 % der Verantwortlichen. Weltweit sind 82 % der Befragten überzeugt, dass sich Aufsichtsgremien in Zukunft stärker um die Unternehmenskultur und ihren Folgen für die Prävention von Kriminalität und die Einhaltung von Compliance-Vorgaben kümmern müssen.

(EY  / RES JURA Redaktionsbüro)


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