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Forschung und Entwicklung: Vorständen fehlt Strategie bei Investitionen


Beim Thema Forschung und Entwicklung kommt es nicht darauf an, wie viel Geld investiert wird, sondern wie es investiert wird. Und hier fehlt oft die entscheidende Strategie. | © weyo/fotolia.com

Bei Ausgaben für Forschung und Entwicklung regiert häufig das Prinzip Hoffnung, zeigt eine weltweite PwC-Umfrage unter 1.200 Führungskräften. 54 Prozent berichten von Problemen, Innovationspläne und Geschäftsstrategie zu vereinbaren.

Vielen großen Unternehmen fehlt bei ihren Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung eine klare Strategie. Das geht aus der „Innovation Benchmark“-Studie hervor, für die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC mehr als 1.200 Manager weltweit befragt hat. So berichten 54 Prozent von Problemen, die eigenen Innovationspläne mit der übergeordneten Geschäftsstrategie in Einklang zu bringen. Unter den Unternehmen, die gemessen am Umsatz besonders viel für Forschung und Entwicklung ausgeben, bezeichnen sogar 65 Prozent genau dies als ihre größte strategische Herausforderung.

Viel bringt nicht viel

Für eine wachsende Verunsicherung spricht auch, dass nur jedes vierte Unternehmen zu Protokoll gab, sich selbst als Innovationsführer zu sehen. „Viele Vorstände glauben im Zuge der Digitalisierung, immer höhere Summen in Innovationen investieren zu müssen. Dabei folgen jedoch die wenigsten Unternehmen einer kohärenten Strategie. Stattdessen regiert oftmals noch das Prinzip Hoffnung – fast so, als würde viel auch automatisch viel helfen“, beschreibt Klaus-Peter Gushurst, Mitglied der Geschäftsführung und verantwortlich für den Bereich Industries und Innovation bei PwC Deutschland, die Lage.

Kein Zusammenhang zwischen Ausgaben und Rendite

Dabei gibt es erwiesenermaßen keinen statistischen Zusammenhang zwischen Innovationsausgaben und Rendite. „Entscheidend ist nicht, wie viel Geld investiert wird, sondern wie es investiert wird. Und da sind die Zeiten, in denen Unternehmen einfach nur das Budget aufstocken mussten, um bald darauf mit innovativen Produkten auf den Markt zu kommen, vorbei.

Neue Strategien sind gefragt

„Die Digitalisierung erfordert neue Innovationsstrategien“, so Gushurst. Tatsächlich setzen laut PwC-Umfrage inzwischen 61 Prozent aller großen Unternehmen auf „Open Innovation“ – also ein Konzept, bei dem sich Forschungs- und Entwicklungsabteilungen gezielt für externe Impulse öffnen, und zwar nicht nur aus dem Unternehmen selbst, sondern auch von außerhalb der eigenen Organisation. Fast ebenso beliebt ist das sogenannte „Design Thinking“ (59 Prozent). Damit ist der Ansatz gemeint, dass Unternehmen bei der Entwicklung neuer Produkte in erster Linie aus Nutzersicht denken. Zudem vertrauen inzwischen 55 Prozent auf „Co-Creation“. Sprich: Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner werden in den Innovationsprozess einbezogen.

(PwC / Viola C. Didier)


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