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Frauen in Führungspositionen: Positiver Effekt auf Unternehmenserfolg


Ein höherer Anteil von Frauen in Führungspositionen verbessert die Unternehmensperformance und erhöht die Attraktivität als Arbeitgeber, zeigt eine neue Studie der ILO. | © motorradcbr/fotolia.com

Unternehmen, die auch in Führungsposition auf ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis setzen, performen besser und sind profitabler. Das geht aus einem neuen ILO-Bericht des Büros für Arbeitgeberfragen hervor.
In der  neuen Studie „Women in Business und Management: The business case for change“ wurden mehr als 12.000 Unternehmen aus 70 Ländern befragt. Über 57 % der befragten Unternehmen bestätigten, dass Gender Diversity die Business Performance verbessert. Fast Zweidrittel der Unternehmen, die über ein aktives Monitoringssystem für Geschlechtervielfalt in Führungspositionen verfügen, konnte ihre Gewinne um 5 bis 20 % steigern. Die Mehrheit der Unternehmen erzielte Zuwächse von 10 bis 15 %.
Verbesserte Performance und Außenwirkung
Nahezu 57 % der befragten Unternehmen gaben an, eine Verbesserung bei der Akquise und Unternehmensbindung von Fachkräften zu verzeichnen. Mehr als 54 % berichteten über firmeninterne Performancesteigerungen in den Bereichen Kreativität, Innovation und unternehmerischer Offenheit. Zugleich verbesserte sich die Außenwirkung des Unternehmens. Knapp 37 % gehen zudem davon aus, die Bedürfnisse ihrer Kunde besser einzuschätzen zu können. Anhand von Daten aus 186 Ländern aus den Jahren 1991 bis 2017 wurde daneben auch der gesamtwirtschaftliche Effekt einer höheren Frauenbeschäftungsquote belegt: ein höherer Anteil von Frauen auf dem Arbeitsmarkt wirkt sich positiv auf das Wirtschaftswachstum eines Landes aus.
Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern als Unternehmensziel
„Wir sind zwar von einen positiven Zusammenhang zwischen Geschlechtervielfalt und unternehmerischen Erfolg ausgegangen, die vorliegenden Ergebnisse übertreffen diese Erwartungen jedoch deutlich“, sagte Deborah France-Massin, Direktorin des ILO-Büros für Arbeitgeberfragen. „Führen wir uns vor Augen , wie viel Unternehmen in andere Bereichen investieren, in der Hoffnung ihre Gewinne um zwei bis drei Prozent zu steigern, dann wissen sie nun was zu tun ist. Unternehmen sollten das Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern als ein fundamentales Unternehmensziel betrachten und nicht als eine reine Personalfrage.“
Vorstände oft ausschließlich männlich
Von einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis in Führungspositionen lässt sich ab einem Anteil von 40-60 % des jeweiligen Geschlechts sprechen. Dem Bericht zufolge setzen die positiven Effekte geschlechtlicher Vielfalt dann ein, wenn 30 % der Führungsrollen von Frauen besetzt sind. Fast 60 % aller Unternehmen liegen jedoch unterhalb dieser Quote und lassen sich damit die positiven Effekte entgehen. Weniger als ein Drittel der befragten Unternehmen haben die kritische Masse von einem Drittel Frauenanteil in ihren Vorstandsetagen erreicht. Ein Unternehmen von acht gab an, dass ihr Vorstand noch immer ausschließlich männlich besetzt wird. Mehr als 78 % haben männliche Geschäftsführer. „Das wirtschaftliche Argument für mehr Frauen in Führungsebenen ist überzeugend“, so France-Massin. „Frauen stellen einen beachtlichen Talentpool, den Unternehmen heute nicht  in Zeiten des Fachkräftemangels nicht ausreichend nutzen. Unternehmen, die in der globalen Wirtschaft erfolgreich sein wollen, sollten  Geschlechter-Diversität als Schlüsselfaktor ihrer Geschäftsstrategie umsetzen.“
(Internationale Arbeitsorganisation (ILO) / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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