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Frauenanteil in Vorstand und Aufsichtsrat steigt


Frauenquote: Seit Anfang 2016 gilt für neu zu besetzende Aufsichtsratsposten in börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen eine Quote von 30 Prozent. | © motorradcbr/fotolia.com

Im Vergleich zum Jahresbeginn sind vier zusätzliche Frauen in den Vorständen der 160 DAX-, MDAX-, SDAX- und TecDAX-Unternehmen zu finden. Dennoch sind 75 Prozent der Unternehmen rein männlich im Vorstand besetzt. Der Frauenanteil in DAX-Aufsichtsräten ist dagegen deutlich höher als in Vorständen.

Der Anteil von Frauen in den Vorstandsetagen von Deutschlands börsennotierten Unternehmen ist im ersten Halbjahr Jahr weiter leicht gestiegen: In den 160 DAX-, MDAX-, SDAX- und TecDAX-Unternehmen arbeiteten zum Stichtag 1. Juli insgesamt 47 weibliche Vorstände und damit vier mehr als vor einem halben Jahr und sieben mehr als vor einem Jahr. Den 47 Frauen stehen in den Vorstandsgremien der Unternehmen insgesamt 630 Männer gegenüber. Der Frauenanteil liegt damit bei 6,9 Prozent – vor einem halben Jahr waren es 6,4 Prozent.

Struktur der Vorstände

Dennoch bleiben die Vorstände deutscher Konzerne mehrheitlich eine reine Männerdomäne. Derzeit sind 75 Prozent der Vorstandsgremien der börsennotierten Unternehmen ausschließlich männlich besetzt. Seit Jahresbeginn ist der Anteil der Unternehmen mit mindestens einem weiblichen Vorstandsmitglied um 1,9 Prozentpunkte von 23,1 auf 25,0 Prozent gestiegen. Mindestens zwei weibliche Vorstandsmitglieder gibt es aktuell nur in vier Prozent der Unternehmen – dabei handelt es sich fast ausschließlich um DAX-Konzerne: Allianz, Daimler, die Deutsche Bank, Munich Re und Siemens sowie die im MDAX gelistete Aareal Bank. Das sind die Ergebnisse einer Analyse der Struktur der Vorstände der 160 im DAX, MDAX, SDAX und TecDAX gelisteten Unternehmen, die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zweimal jährlich durchführt.

Zu wenige Frauen schaffen den Sprung in den Vorstand

„Die Bemühungen vieler Unternehmen, mehr Frauen an die Spitze zu bringen, zeigen nur sehr langsam Erfolg. Zu wenige Frauen schaffen es in deutschen Unternehmen bis in das oberste Entscheidungsgremium“, stellt Ulrike Hasbargen, Partnerin bei EY, fest. Wenn die Zahl der Frauen in den Vorstandsgremien weiter so langsam steigt wie im ersten Halbjahr, wird es bis zum Jahr 2040 dauern, bis ein Drittel der Vorstandsposten mit Frauen besetzt ist. Grundsätzlich vollziehe sich in der deutschen Wirtschaft derzeit durchaus ein Mentalitätswandel, fügt Hasbargen hinzu. „Es setzt sich immer stärker die Erkenntnis durch, dass eine offene Unternehmenskultur, in der Vielfalt tatsächlich gelebt wird und kein Lippenbekenntnis ist, auch die Basis für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg ist.“

Frauenanteil in Aufsichtsräten deutlich höher

Deutlich höher ist der Frauenanteil in Aufsichtsräten. Bei den 30 Dax-Konzernen liegt er zur Jahresmitte bei 30,2 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie in den DAX-Vorständen. Seit Anfang 2016 gilt für neu zu besetzende Aufsichtsratsposten in börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen eine Quote von 30 Prozent. Die Frauenquote für Aufsichtsräte habe eine Entwicklung verstärkt, der sich langfristig kein Unternehmen entziehen könne, so Hasbargen. Die Befürchtung, dass es nicht genügend qualifizierte Frauen für die Topetagen gebe, teilt sie nicht: „Was für Aufsichtsräte gilt, das gilt auch für Vorstände: Es gibt genügend Frauen, die das können.“

(EY / Viola C. Didier)


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