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Herausforderung Disruption


Unternehmen leben in unsicheren Zeiten. „Disruption“ ist das Schlüsselwort und zeigt sich mannigfaltig: politische Instabilitäten, globale wirtschaftliche und regulatorische Unsicherheiten, wachsendes Unbehagen bei unternehmerischem Handeln. | ©Egor/fotolia.com

Aufsichtsräte schauen einem spannenden Jahr entgegen. Die Geschwindigkeit von Veränderungen steigt rasant und Disruption in vielfältiger Form wird die Unternehmenslandschaft prägen. Dennoch beachten kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu selten neu aufkommende Technologien und Geschäftsmodelle.

KMU setzen sich der Gefahr aus, Marktanteile an Mitbewerber oder branchenfremde Unternehmen zu verlieren oder gar aus dem Markt gedrängt zu werden. Dies zeigen aktuelle Forschungsergebnisse des IfM Bonn. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung – derzeit der technologische Trend schlechthin – sollten mittelständische Unternehmen daher regelmäßig prüfen, inwieweit ihr eigenes Geschäftsmodell digital angreifbar ist.

Disruptive Trends frühzeitig identifizieren

So weisen beispielsweise die Autoren der Studie „SMEs‘ Responses to Potentially Disruptive Innovations: Does Strategic Entrepreneurship provide an Explanation?“ Dr. Rosemarie Kay, Dr. Sebastian Nielen und Dr. Christian Schröder empirisch nach, dass kleine und mittlere Unternehmen, die regelmäßig die Entwicklung neuer Technologien und Geschäftsmodelle auch jenseits der eigenen Branche beobachten, Wettbewerbsvorteile besitzen: Sie können nicht nur frühzeitig disruptive Trends identifizieren, sondern sie erkennen deutlich häufiger, dass sich daraus neue Geschäftschancen ergeben. Zugleich versuchen sie, diese Geschäftschancen durch strategische Maßnahmen gezielt zu nutzen.

Wer agiert wie?

Im Rahmen ihrer Studie „Digitalisierungskompetenzen in der Führungsebene im Mittelstand“ befassten sich die IfM-Wissenschaftler Dr. Teita Bijedic, Max Paschke (Universität Siegen), Philipp Pasing, Dr. Christian Schröder zudem mit dem Vorgehen von Führungskräften im Zuge der Digitalisierung. Sie haben dabei verschiedene Führungstypen identifiziert: So haben Führungskräfte in größeren managementgeführten Unternehmen aufgrund ihrer spezialisierten Position (z. B. Chief Digital Officer) ein ganzheitliches Verständnis von der Digitalisierung als Führungsaufgabe. Ihnen ist klar, dass die Digitalisierung in ihrem Unternehmen nur gelingt, wenn auch die Belegschaft vom Nutzen der neuen Technologien überzeugt ist. Entsprechend sind für sie neben den fachlichen Kompetenzen auch beispielsweise Sozial- und Methodenkompetenz wichtig, um die Veränderungsprozesse professionell managen und um möglichen Bedenken der Mitarbeiter angemessen begegnen zu können. Inhaber von kleineren mittelständischen Unternehmen halten zwar teilweise ebenfalls ein Kompetenzbündel für bedeutsam – gleichwohl verlassen sie sich bei der Initiierung und Umsetzung neuer Digitalisierungsprojekte oftmals auf die Expertise interner und externer Fachkräfte. Inhaber von Handwerksbetrieben  verstehen sich hingegen selbst als die Gestalter der Digitalisierung in ihrem Unternehmen – was auf ein ausgeprägtes aufgabenorientiertes Führungsverständnis zurückzuführen ist.

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema Disruption – Nachhaltigkeit – Corporate Purpose – Transparenz erfahren Sie im Fachbeitrag „Aufsichtsratsagenda 2018“ von Daniela Mattheus in Der Aufsichtsrat vom 15.01.2018, Heft 01, Seite 2 – 4, AR1258181.

(IfM Bonn / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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