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Homeoffice: Auswirkungen und Geschlechterbetroffenheit

Homeoffice
Bereits vor der Krise war der Anteil von Frauen (12 %) im Homeoffice etwas höher als der Anteil von Männern (10 %). Er stieg während der Pandemie auf 30 %. | ©Andriy Popov/123rf.com

Die deutschen Unternehmen hatten bei der Umsetzung von Homeoffice kaum Probleme. Das ist ein zentrales Ergebnis einer ifo-Befragung von 1188 ManagerInnen und PersonalleiterInnen in Zusammenarbeit mit den BeraterInnen von Mercer Promerit und dem Verein FidAR. 84 % der Firmen berichten, die Umstellung sei ihnen leichtgefallen.

Wenn sich doch Schwierigkeiten ergaben, lag es an mangelnden technischen Voraussetzungen (55 %) und insbesondere fehlender Bandbreite (40 %). Außerdem nannten die Befragten dieser Gruppe eine erschwerte Kommunikation zwischen Angestellten (54 %), mangelnde Abstimmung (40 %), sowie eine erschwerte Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Kinderbetreuung (40 %),  sowie Mehrbelastung und Stress für die Beschäftigten (30 %). Mangelnde Motivation (19 %) oder mangelnde IT-Kenntnisse (18 %) spielten eine untergeordnete Rolle.

Das Arbeitsergebnis der Beschäftigten im Homeoffice war für 44 % der ManagerInnen unverändert. 37 % sagten, es sei schlechter als ohne Homeoffice – auch bei den Firmen, die keine Umstellungsprobleme hatten. Nur 18 % sagten, im Homeoffice seien die Ergebnisse besser. Verglichen zum persönlichen Kontakt am Arbeitsplatz leidet für 59 % die Zusammenarbeit in der Heimarbeit, 34 % sehen keine Veränderung, 7 % finden sie besser.

Anteil von Frauen im Homeoffice höher

Bereits vor der Krise war der Anteil von Frauen (12 %) im Homeoffice etwas höher als der Anteil von Männern (10 %). Er stieg während der Pandemie auf 30 % der Beschäftigten bei Frauen und auf 26 % bei den Männern. Die große Mehrheit der  Befragten (78 %) sagte, dass es bei Beeinträchtigungen durch Homeoffice keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. „Allerdings sehen wir  einen großen Unterschied in dieser Einschätzung: weibliche Manager geben häufiger an, dass Frauen negativ betroffen sind als männliche Manager das tun“,  berichtet Andreas Peichl, Leiter des ifo Zentrums  für Makroökonomik und Befragungen und einer der Autoren der Studie. Allgemein nach den zahlreichen Auswirkungen von Corona gefragt, antworteten 42 % der befragten ManagerInnen und PersonalleiterInnen, dass Frauen stärker betroffen sind.

Homeoffice hat sich etabliert

Trotz allem wollen 67 % der vom ifo befragten Unternehmen langfristig stärker das Homeoffice ihrer Beschäftigten nutzen. Nur 32 % erwarten keine Veränderung, und 1 % sehen weniger Arbeit im Heimbüro.  Der Anteil der Firmen mit Beschäftigten, die regelmäßig von zuhause aus arbeiten, stieg schon in der Corona-Krise von 51 auf 76 %. In der Gruppe der 51 % arbeiteten vor der Krise 18 % ihrer Beschäftigten im Heimbüro, nun 42. Ihre durchschnittliche Arbeitszeit dort stieg von 33 auf 60 %.

(ifo Institut /  RES JURA Redaktionsbüro)


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