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Industrie 4.0: wichtig, aber nur bedingt sicher


Cyber-Risiken: Als größtes Risiko werden von den Top-Entscheidern aktuell Computerviren beziehungsweise Schadsoftware wahrgenommen. | ©fotohansel/fotolia.com

4.0: wichtig, aber nur bedingt sicher

Die Dynamik der Digitalisierung zählt zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren für die Wirtschaft in Europa und insbesondere Deutschland. Vor allem Industrie 4.0, Big Data und Künstliche Intelligenz gehören zu den entscheidenden Wirtschaftsfaktoren der Zukunft. Mit der Nutzung von Industrie 4.0 steigt aber auch die Anfälligkeit gegenüber Cyber-Attacken.

Die Industrie 4.0 ist bis dato sehr unterschiedlich in der Unternehmensrealität angekommen zeigt der neue Cyber Security Report 2018 von Deloitte: Ein Viertel (25 %) der Befragten greift heute schon auf Big Data beziehungsweise die Analyse großer Datenmengen zu, weitere 13 % arbeiten daran und 15 % planen es für die Zukunft. Künstliche Intelligenz ist lediglich für 9 % ein Thema; 8 % arbeiten daran und 21 % planen den Einsatz für die Zukunft. Für knapp zwei Drittel (62 %) ist KI hingegen weitgehend irrelevant. Gleichzeitig ist die Vernetzung von Produktionsanlagen bereits weit fortgeschritten. In insgesamt 45 % der Unternehmen sind die Produktionsanlagen bereits untereinander oder mit Büroanwendungen vernetzt, weitere 8 % arbeiten konkret an einer solchen Vernetzung und 9 % planen das für die Zukunft.

Industrie 4.0 entscheidend für wirtschaftliche Zukunft

Gleichzeitig ist die breite Mehrheit der Befragten überzeugt, dass Industrie 4.0 entscheidend für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands ist. So sind von den Entscheidungsträgern in Unternehmen 61 % davon überzeugt, dass Industrie 4.0 für den Wirtschaftsstandort Deutschland sehr wichtig ist, von den Abgeordneten sind es sogar 82 %. Die Bedeutung von Industrie 4.0 für das eigene Unternehmen empfinden Wirtschaftslenker ebenfalls als hoch, allerdings nicht so hoch wie für den Wirtschaftsstandort insgesamt. Aktuell halten 56 % Industrie 4.0 für die Zukunft des eigenen Unternehmens für wichtig beziehungsweise sehr wichtig. Mit dem Thema haben sich jedoch bisher nur 38 % der Führungskräfte intensiv beschäftigt.

Gefahr von Cyber-Risiken steigt: Schadsoftware größte Bedrohung

Mit der Nutzung von Industrie 4.0 steigt auch die Anfälligkeit gegenüber Cyber-Attacken für Unternehmen: Hierin sind sich Unternehmenslenker und Abgeordnete weitgehend einig. Von den Entscheidern aus der Wirtschaft gaben dies 83 % an, von denjenigen aus der Politik sagten es 75 %. Als größtes Risiko werden von den Top-Entscheidern aktuell Computerviren beziehungsweise Schadsoftware wahrgenommen. 77 % gaben das an. Damit ist der Anteil der Führungskräfte, die darin eine große Gefahr sehen, seit 2013 von 57 % um 20 % gewachsen. Auch die Manipulation der öffentlichen Meinung durch Fake-News (75 %) und Datenbetrug im Internet (74 %) werden als weitere große Gefahren gesehen. Dabei ist auffällig, dass auch die Zahl derjenigen, die Fake-News als Bedrohung ansehen, stetig zunimmt. 2017 sahen noch 67 % dies als Risiko an. In der Liste der Cyber-Risiken folgen die Lahmlegung wichtiger Infrastruktureinrichtungen durch Cyber-Angriffe (68 %) sowie der Missbrauch von persönlichen Daten durch andere Nutzer in sozialen Netzwerken (65 %).

(Deloitte / RES JURA Redaktionsbüro)


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