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Investitionen rückläufig: Verunsicherung kostet Wachstum


Zwar überwacht der Aufsichtsrat das Unternehmen in der Rückschau, dennoch sollte er auch vorausschauend agieren. Langfristige Entscheidungen zu Investitionsplänen und Finanzierungsfragen sowie deren regelmäßige Überprüfung auf Angemessenheit rücken so auf die Agenda. | ©tadamichi/fotolia.com

Der protektionistische Kurs der USA und das Gezerre um den Brexit verunsichern die exportorientierte deutsche Wirtschaft nachhaltig. Vor allem das Auslandsgeschäft verliert deutlich an Schwung – und dies schlägt sich auf die kommenden Investitionen nieder.

Das Institut der deutschen Wirtschaft rechnet in seiner aktuellen Konjunkturprognose für das Jahr 2019 nur noch mit einem realen Wachstum von knapp 0,7 %. Sofern sich die Rahmenbedingungen nicht erneut verschlechtern, ist 2020 ein Plus von 1,5 % möglich. Die gedämpfte Stimmung schlägt sich auch in der IW-Frühjahrsumfrage nieder. Zwar gehen nach wie vor 35 % der fast 2.400 befragten deutschen Unternehmen davon aus, dass ihre Produktion beziehungsweise ihr Umsatz im laufenden Jahr steigt. Nur gut 18 % erwarten einen Rückgang. Allerdings betrug die Relation von Optimisten zu Pessimisten vor einem Jahr noch 52 zu 8 %.

Ausfuhren rückläufig

Vor allem das Auslandsgeschäft verliert deutlich an Schwung. Dazu tragen neben dem verschlechterten globalen Umfeld auch die weiter steigenden Arbeitskosten in Deutschland bei. Knapp 19 % der Unternehmen rechnen deshalb für 2019 mit rückläufigen Ausfuhren. Der Anteil der Betriebe mit positiven Exporterwartungen ist mit rund 20 % kaum höher. Vor diesem Hintergrund werden die realen deutschen Ausfuhren in diesem Jahr lediglich um 1,4 % zulegen.

Zurückhaltung bei Investitionen

Das schwächere Auslandsgeschäft beeinflusst auch die Investitionskonjunktur. Zwar sind in vielen Unternehmen die Kapazitäten stark ausgelastet, was zusätzliche Investitionen erfordert. Zudem sind die Finanzierungsbedingungen nach wie vor gut. Dennoch investieren die Firmen nur zurückhaltend in neue Ausrüstungen: Das IW prognostiziert für 2019 einen realen Zuwachs von nur 1,4 %. Ein Einbruch ist allerdings nicht zu befürchten. Die rückläufige konjunkturelle Dynamik wirkt sich zudem nur begrenzt auf den Arbeitsmarkt aus – die Zahl der Erwerbstätigen wird in diesem Jahr um weitere 0,8 % auf mehr als 45 Millionen steigen.

(IW Köln / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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