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Kompetenzzentren sollen Mittelstand bei Digitalisierung helfen


Der gesamte Mittelstand wird vom strukturellen Wandel im Zuge der digitalen Transformation betroffen sein. | ©chombosan/fotolia.com

Die Linksfraktion im Bundestag fordert für kleine und mittlere Unternehmen mehr Unterstützung bei der Digitalisierung. Die Bundesregierung verweist auf eine Förderinitiative des Wirtschaftsministeriums und weitere Angebote.

Die Digitalisierung stellt gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine große personelle und finanzielle Herausforderung dar. Unterstützung sollen sie über den Förderschwerpunkt „Mittelstand-Digital“ des Bundeswirtschaftsministeriums erhalten (www.mittelstand-digital.de). Das bundesweite Netzwerk von 23 Kompetenzzentren biete – in räumlicher Erreichbarkeit von KMU – praxisnahe und mittelstandsgerechte Unterstützungsangebote entlang der Wertschöpfungskette, schreibt die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion „Die Linke“.

Kostenlose Angebote

Die Kompetenzzentren bieten laut Bundesregierung vielfältige Unterstützung durch Expertenwissen, in Netzwerkstrukturen und Lernfabriken. Die Plattform soll gerade dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen dienen. Alle Angebote sind für die KMU kostenlos und anbieterneutral. Ergänzend dazu können Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten über das Förderprogramm „go-digital“ Beratungsleistungen zu den Themen „Digitalisierte Geschäftsprozesse“, „Digitale Markterschließung“ und „IT-Sicherheit“ in Anspruch nehmen.

Initiative für IT-Sicherheit

Die Bundesregierung listet in ihrer Antwort weitere Angebote für den Mittelstand auf – zum Beispiel die Initiative „IT-Sicherheit in der Wirtschaft“, die konkrete Unterstützungsmaßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu verbessern.

Mittelständische Unternehmen tragen laut Bundesregierung wesentlich zum Erfolg der deutschen Wirtschaft bei. Mehr als 99 % aller Unternehmen in Deutschland sind dem Mittelstand zuzurechnen. Sie erwirtschaften mehr als die Hälfte der Wertschöpfung, stellen fast 60 % aller Arbeitsplätze und rund 82 % der betrieblichen Ausbildungsplätze bereit.

Zahl der Patente gestiegen

Die Linksfraktion hatte in ihrer Anfrage kritisiert, dass KMU zu wenig Unterstützung erhalten, um die Digitalisierung ihrer Unternehmen zu meistern. Die Fragesteller verweisen auf den Monitoring-Report Wirtschaft Digital 2017. Dieser habe gezeigt, dass KMU den hohen zeitlichen oder organisatorischen Aufwand für eines der größten Hemmnisse für die Digitalisierung halten. Zwei Drittel aller Betriebe wünschen sich demnach mehr Mittel für Forschung und Entwicklung. Die Bundesregierung bezeichnet den Mittelstand auch als Innovationsmotor. Den Vorwurf der Linksfraktion, die Zahl der Patente sinke stetig, weist die Bundesregierung zurück. Richtig sei das Gegenteil, heißt es unter Verweis auf Zahlen des Deutschen Patent- und Markenamts: Die Zahl der Patentanmeldungen steige seit Jahren an. Wurden etwa 2011 noch 59.616 Patente angemeldet und 10.968 Patente erteilt, so stieg die Zahl der Anmeldungen im Jahr 2016 auf 67.898, die der Erteilungen auf 15.652.

(Dt. Bundestag / RES JURA Redaktionsbüro)


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