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Lufthansa-Aufsichtsrat stimmt Stabilisierungsmaßnahmen zu

Lufthansa
Sowohl Lufthansa-Vorstand als auch Aufsichtsrat haben das Stabilisierungspaket verabschiedet. | ©Lufthansa AG

Der Aufsichtsrat der Deutschen Lufthansa AG hat für die Annahme des vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesrepublik Deutschland angebotenen Stabilisierungspakets gestimmt und damit auch die angekündigten Zusagen an die EU-Kommission akzeptiert.

Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Lufthansa AG, sagt: „Es war eine sehr schwierige Entscheidung. Nach intensiver Diskussion haben wir uns dazu durchgerungen, dem Vorschlag des Vorstands zuzustimmen. Wir empfehlen unseren Aktionären, diesen Weg mitzugehen, auch wenn er ihnen substanzielle Beiträge zur Stabilisierung ihres Unternehmens abverlangt. Es muss aber deutlich gesagt werden, dass vor der Lufthansa ein sehr schwieriger Weg liegt.“

Stabilisierungspaket verabschiedet

Nachdem sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat der Gesellschaft das Stabilisierungspaket verabschiedet haben, bedarf es nun noch der Genehmigung der Wettbewerbsbehörden und der Zustimmung der Aktionäre. Die zur Stabilisierung zugesagten Kredite und Einlagen sollen anschließend so schnell wie möglich wieder zurückgeführt werden.

Wie werden die Aktionäre entscheiden?

Die Deutsche Lufthansa AG wird ihre Aktionäre zu einer außerordentlichen Hauptversammlung am 25.06.2020 einladen. Die Versammlung wird für die Anteilseigner in einem Livestream auf der Internetseite des Unternehmens übertragen. Aktionäre haben vorab die Möglichkeit, ihre Fragen einzureichen. Aktionäre, die sich vorab für die Online Services registriert haben, können dort auch an der Abstimmung teilnehmen, für die erweiterte elektronische Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Auf der Tagesordnung dieser außerordentlichen Hauptversammlung stehen ausschließlich die mit dem WSF ausgehandelten Stabilisierungsmaßnahmen. Um die Solvenz des Unternehmens zu sichern, ist eine Zustimmung der Hauptversammlung mit der erforderlichen Mehrheit notwendig. Bereits heute ist absehbar, dass der internationale Flugverkehr auch in den kommenden Jahren nicht das Vorkrisenniveau erreichen wird.

Redaktionelle Anmerkung vom 25.06.2020

Die Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG haben sich am 25.06.2020 für die Annahme der Kapitalmaßnahmen und der Beteiligung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesrepublik Deutschland an der Deutschen Lufthansa AG ausgesprochen. Der entsprechende Vorschlag erhielt die erforderliche Mehrheit.

Das Paket sieht Stabilisierungsmaßnahmen und Kredite von bis zu 9 Milliarden Euro vor. Der WSF wird Stille Einlagen von insgesamt bis zu 5,7 Milliarden Euro in das Vermögen der Deutschen Lufthansa AG leisten. Außerdem wird er im Wege einer Kapitalerhöhung eine Beteiligung von 20 % am Grundkapital der Deutschen Lufthansa AG aufbauen. Dieser Kapitalerhöhung wurde bei der heutigen Hauptversammlung zugestimmt. Ebenso stimmten die Aktionäre für die Einräumung von zwei Umtauschrechten für Teile der Stillen Einlagen. Diese Umtauschrechte sollen einerseits den Bund gegen eine Übernahme der Lufthansa und darüber hinaus die Zinszahlungen für die Stille Einlage absichern. Beide Umtauschrechte können beim Eintritt dieser Bedingungen in jeweils weitere fünf Prozent am Grundkapital der Gesellschaft gewandelt werden. Ergänzt wird das Paket durch einen Kredit in Höhe von bis zu 3 Milliarden Euro unter Beteiligung der KfW und privater Banken.

(Dt. Lufthansa AG / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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