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Mitbestimmung Element einer modernen Corporate Governance


Mitbestimmung als Chance. Unter dem Strich zeichnet die Studie im Kontext der zurückliegenden Finanz- und Wirtschaftskrise ein sehr positives Bild der Mitbestimmung im Aufsichtsrat entlang vieler der untersuchten Dimensionen. | ©kamasigns/fotolia.com

Eine neue Studie belegt: Unternehmen, bei denen Arbeitnehmer im Aufsichtsrat mitbestimmen, haben sich während der großen Finanz- und Wirtschaftskrise sowie in den Jahren danach wirtschaftlich signifikant besser entwickelt als Firmen ohne Mitbestimmung.
Das gilt sowohl für die operative Rendite, für die Bewertung am Kapitalmarkt, die Beschäftigungsentwicklung wie auch für die Investitionen, sowohl in Anlagen als auch in Forschung und Entwicklung. So lag zum Beispiel die kumulierte Aktienrendite mitbestimmter Unternehmen zwischen 2006 und 2011 um 25 bis 28 Prozentpunkte höher als bei vergleichbaren Firmen ohne Arbeitnehmerbeteiligung. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Prof. Dr. Marc Steffen Rapp von der Universität Marburg und Prof. Dr. Michael Wolff von der Universität Göttingen.
Ergebnisse für die Zukunft höchst bedeutsam
Die unternehmerische Mitbestimmung habe in der Krise „kurzfristiges Verhalten von Unternehmen verhindert“ und danach ein „schnelleres Umschalten in den Wachstumsmodus ermöglicht“, schreiben die beiden BWL-Professoren in der von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Untersuchung. Nach Ansicht der Experten sind diese Befunde angesichts von fortschreitender Digitalisierung und Globalisierung auch für die Zukunft höchst bedeutsam: Die Arbeitnehmermitbestimmung im Aufsichtsrat könne „als Element einer modernen Corporate Governance verstanden werden, welche vor dem Hintergrund immer volatiler werdender wirtschaftlicher Rahmenbedingungen geeignet ist, mögliche Risiken von strategischen Transformationsprozessen abzufedern“, schreiben die Forscher.
Mehr zur Studie
Um die Wirkung der Arbeitnehmerbeteiligung im Aufsichtsrat aussagekräftig zu überprüfen, haben die Wirtschaftswissenschaftler sich für ein methodisch anspruchsvolles mehrstufiges Studiendesign entschieden und damit in Summe 560 börsennotierte europäische Unternehmen untersucht. Darunter finden sich einerseits 280 deutsche Unternehmen, u.a. die in Dax 30, MDAX, TecDAX und SDAX notierten Firmen. Unter diesen 280 Unternehmen gibt es Gesellschaften, in denen Vertreter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlenmäßig paritätisch mit Vertretern der Kapitalseite im Aufsichtsrat vertreten sind, andere Firmen, in denen die Beschäftigten ein Drittel der Aufsichtsratsmitglieder stellen, und schließlich auch solche ohne Arbeitnehmerbeteiligung.
Die gesamte Studie zum Download finden Sie hier.
(Hans-Böckler-Stiftung  / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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