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Mittelständisches Geschäftsklima fängt sich


Die Geschäftslage und -erwartungen im Mittelstand hellen sich geringfügig auf; auch die Stimmung in Großunternehmen ist besser geworden. | © Sondem/fotolia.com

In einer Zeit unsicherer Konjunkturperspektiven und des vorläufigen Höhepunkts im Brexit-Drama glänzen die deutschen Mittelständler mit einer positiven Nachricht. Ihr Geschäftsklima steigt im März um 1,5 Zähler auf jetzt 8,1 Saldenpunkte, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer berichtet.

Damit endet eine Serie von zuvor fünf Stimmungsrückgängen in Folge. Im März tragen beide Komponenten des Indikators zum Anstieg bei: Ihre aktuellen Geschäfte beurteilen die Mittelständler mit jetzt 22,7 Saldenpunkten um 1,4 Zähler besser als im Vormonat. Die mittelständischen Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate ziehen um 1,7 Zähler auf nun -5,2 Saldenpunkte an.

Bessere Stimmung bei Großunternehmen

Auch in den Großunternehmen präsentiert sich die Stimmung zu Frühlingsbeginn nicht mehr ganz so unterkühlt wie noch im Februar. Die großen Firmen revidieren sowohl ihre Geschäftslageurteile (+1,4 Zähler auf 8,3 Saldenpunkte) als auch ihre Geschäftserwartungen (+0,5 Zähler auf -10,4 Saldenpunkte) etwas nach oben. Mit jetzt -1,5 Saldenpunkten (+0,9 Saldenpunkte) bleibt das Geschäftsklima der Großunternehmen jedoch weiter im negativen Bereich und der Rückstand gegenüber dem Mittelstand vergrößert sich erneut.

Exporterwartungen offenbaren Ängste

„Das März-Ergebnis des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers bestätigt das bekannte Bild: Die Außenwirtschaft macht sich Sorgen, die Binnenwirtschaft hält dagegen und stabilisiert die deutsche Konjunktur“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. „Neben der Sorge um den Welthandel im Allgemeinen spielt immer mehr auch die Furcht vor den unmittelbaren Folgen eines möglicherweise ungeregelten Brexit eine Rolle.“ Sehr klar abzulesen sind diese Ängste an den Exporterwartungen, die im März geradezu erdrutschartig einbrechen: Im industriellen Mittelstand (-5,6 Zähler auf -8,2 Saldenpunkte) verschlechtern sie sich um das Dreifache und in der Großindustrie (-11,8 Zähler auf -13,6 Saldenpunkte) sogar um mehr als das Dreieinhalbfache einer üblichen Monatsveränderung. Ähnlich ungünstig bewerteten die Firmen ihre Exportchancen zuletzt während der Eurokrise 2012, deutlich ungünstiger lediglich in der schweren globalen Rezession 2009.

(KfW / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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