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Mittelständler hoffen auf bessere Zeiten


Wegen der kaum vorhersehbaren weiteren Pandemieentwicklung bleiben die Risiken für die Wirtschaft nach wie vor sehr hoch. | © Spectral-Design/fotolia.com

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Das Geschäftsklima der Mittelständler zu Sommerbeginn hat sich zwar verbessert. Wegen der kaum vorhersehbaren weiteren Pandemieentwicklung sind aber auch die Risiken nach wie vor sehr hoch.

Das mittelständische Geschäftsklima bleibt im Juni mit -20,7 Saldenpunkten noch immer deutlich hinter seinem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie zurück. Getragen wird der aktuelle Anstieg vor allem von der Hoffnung auf bessere Zeiten: Die Geschäftserwartungen steigen auf -15,0 Saldenpunkte. Die Geschäftslageurteile erholen sich hingegen eher zaghaft und klettern im Juni um 6,5 Zähler auf -26,7 Saldenpunkte.

Geschäftsklima besser bei Großunternehmen

Auch die Großunternehmen gehen davon aus, das Allergröbste inzwischen hinter sich gelassen zu haben. Ihr Geschäftsklima steigt im Juni ebenfalls den zweiten Monat nacheinander historisch kräftig (+15,6 Zähler auf -26,3 Saldenpunkte) und sogar noch etwas stärker als im Mittelstand. Während die Verbesserung der Lageurteile dabei aufseiten der Großunternehmen merklich bescheidener ausfällt (+4,2 Zähler auf -49,0 Saldenpunkte), springen ihre Geschäftserwartungen noch viel deutlicher als bei den Mittelständlern nach oben und erreichen mit einem Schlag den höchsten Stand seit anderthalb Jahren (+27,8 Zähler auf -3,3 Saldenpunkte). Diese Explosion an Optimismus ist zwar erfreulich. Angesichts der dynamischen Pandemieentwicklung in vielen Ländern außerhalb Europas müssen gerade die international engagierten Unternehmen aber auch mit Rückschlägen rechnen, zumal Risiken wie die US-Handelskonflikte und die Unwägbarkeiten des Brexit noch nicht ausgeräumt sind.

Export bleibt weiter wackelig

Die weiter schwierige Lage gerade der exportorientierten Großindustrie lässt sich daran ablesen, dass deren Geschäftsklima trotz eines deutlichen, allerdings ausschließlich erwartungsgetriebenen Anstiegs noch immer das schlechteste unter allen im KfW-ifo-Mittelstandsbarometer erfassten Unternehmenssegmenten bleibt (+13,5 Zähler auf -38,4 Saldenpunkte). Ähnlich sieht es bei den mittelständischen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes aus, wenngleich sich deren Geschäftsklima im Vergleich zu den großen Industrieunternehmen schon seit Ausbruch der Krise nicht auf ganz so tiefem Niveau bewegt (+12,7 Zähler auf -28,4 Saldenpunkte).

In allen anderen Wirtschaftsbereichen klettert die Stimmung im Juni ebenfalls nach oben. Ins Auge stechen dabei die mittelständischen Bauunternehmen, die bislang als einzige wieder von einem leicht positiven Geschäftsklima berichten (+4,9 Zähler auf 1,7 Saldenpunkte). Zumindest wieder nahe der Nulllinie, die für das langfristige Durchschnittsniveau steht, liegt im Juni das Geschäftsklima im mittelständischen Einzelhandel. Nach Wiedereröffnung der Läden steigt es mit +21,0 Zählern ein weiteres Mal so stark wie in keinem anderen Wirtschaftsbereich und erreicht aktuell -1,2 Saldenpunkte.

Risiko bleibt hoch

Der lokale Anstieg von Neuinfektionen führe eindringlich vor Augen, wie gefährlich das Virus nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland noch immer ist. Es bleibe zu hoffen, dass solche lokalen Virus-Ausbrüche mit lokalen Quarantäne- und Lockdown-Maßnahmen rechtzeitig eingedämmt werden, bevor sie sich verbreiten können. „Wachsamkeit und Disziplin bei der Einhaltung der Hygieneregeln sind weiter dringend nötig, um einen erneuten wirtschaftlichen Rückschlag infolge einer zweiten Infektionswelle zu vermeiden“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

(KfW / RES JURA Redaktionsbüro)


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