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Nachholbedarf bei Frauen in Führungspositionen öffentlicher Unternehmen


Die Unternehmen der öffentlichen Hand müssen deutlich mehr Anstrengungen für eine gleichberechtigte Teilhabe an Führungspositionen unternehmen. | © motorradcbr/fotolia.com

Erstmals seit Inkrafttreten der Frauenquote liegt der Frauenanteil in Aufsichtsgremien der öffentlichen Unternehmen mit dem der Privatwirtschaft gleich auf. Das Engagement der größten Beteiligungen von Bund und Ländern, mehr Frauen in die Führungspositionen zu berufen, hat aber spürbar nachgelassen.

Anlässlich des elften FidAR-Forums Ende September rief Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey die Unternehmen dazu auf, ihr Engagement für die Gleichstellung zu intensivieren. Bundesfinanzminister Olaf Scholz erinnert die Verantwortlichen des öffentlichen Sektors an ihre Vorbildfunktion, die gleichberechtigte Teilhabe durchzusetzen. FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow fordert die Unternehmen dazu auf, die seit vier Jahren bestehende gesetzliche Vorgabe endlich ernst zu nehmen, konkrete Ziele für den Frauenanteil in Führungspositionen zu definieren, zu veröffentlichen und deren Umsetzung voranzutreiben.

Öffentliche Unternehmen haben Vorbildfunktion

„Die Unternehmen der öffentlichen Hand müssen deutlich mehr Anstrengungen für eine gleichberechtigte Teilhabe an Führungspositionen unternehmen. Zwar erreichen viele Beteiligungen von Bund und Ländern bereits einen Frauenanteil von über 30 % im Aufsichtsgremium. Dass hingegen nur wenige Beteiligungen von Bund und Ländern Zielgrößen zur Steigerung des Frauenanteils festlegen und der Frauenanteil in den Top-Managementorganen stagniert, ist nicht akzeptabel“, betonte Giffey. „Die öffentlichen Unternehmen müssen mit gutem Beispiel vorangehen. Wir werden den Druck erhöhen und Sanktionen durchsetzen, wenn Zielgrößen nicht veröffentlicht werden oder die Zielgröße „Null“ nicht plausibel begründet wird.“

Nur gesetzlicher Druck führt zu messbaren Veränderungen

„Die Entwicklung der Zahlen zeigt eindeutig: Nur gesetzlicher Druck führt zu messbaren Veränderungen. Die Unternehmen scheinen verkannt zu haben, dass die Zielgrößenpflicht eine Chance war, ohne gesetzliche Vorgabe strategische Ziele für die gleichberechtigte Teilhabe festzulegen und zu veröffentlichen. Das funktioniert aber nur bei den publizitätspflichtigen Unternehmen einigermaßen gut. Offenkundig ist mehr gesetzlicher Druck erforderlich. Es ist höchste Zeit für eine Haltungsänderung. Die Unternehmen werden sonst unglaubwürdig“, so FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow. „Der Bund könnte mit einer klareren Empfehlung zur gleichberechtigten Teilhabe in Führungspositionen im Public Corporate Governance Kodex ein wichtiges Signal setzen. An diesem Kodex orientieren sich viele Bundesländer und Kommunen. Wie wir im aktuellen Public WoB-Index zeigen, liegen die Bundesländer mit einem entsprechenden Leitziel im Kodex beim Frauenanteil vorn.“

Das FidAR Forum gehört zu den größten Konferenzen für Frauen in der Wirtschaft in Deutschland. Die Veranstaltung wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

(FidAR / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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