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Weibliche Vorstände verdienen mehr


Die höheren Gehälter der weiblichen Vorstandsmitglieder bestätigen den Trend der vergangenen Jahre, in denen die Gehälter der weiblichen Vorstände deutlich stärker zulegten als die ihrer männlichen Kollegen. | © Greg Brave/fotolia.com

Bei der Vergütung der Vorstände deutscher börsennotierter Unternehmen haben die weiblichen Vorstandsmitglieder ihre männlichen Kollegen wiederholt hinter sich gelassen. Über alle Indizes hinweg verdienten weibliche Vorstände im Jahr 2017 mehr als ihre männlichen Kollegen.

Im Jahr 2017 lag die Gesamtdirektvergütung weiblicher Vorstandsmitglieder über alle Indizes hinweg bei durchschnittlich 2,1 Millionen Euro, knapp 2 % über dem Vorjahr. Ihre männlichen Kollegen verdienten im Durchschnitt 1,8 Millionen Euro jährlich und konnten ihr Salär im vergangenen Jahr nur um 0,7 % steigern. Damit war die Vergütung der Frauen um 300.000 Euro bzw. knapp 17 % höher und übertraf die der Männer bereits im dritten Jahr in Folge.

Vorjahres-Trend bestätigt

Diese Entwicklung zeigt das Mixed Compensation Barometer der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Für die Berechnung des Barometers wurden aus Gründen der Vergleichbarkeit die männlichen CEOs herausgerechnet, da es kaum weibliche CEOs gibt und sich die Gehälter der Vorstandsvorsitzenden deutlich von denen der übrigen Vorstandsmitglieder abheben. So verdiente etwa im DAX, wo noch immer keine Frau den Vorstandsvorsitz hat, ein CEO im Jahr 2017 im Durchschnitt rund 5,6 Millionen Euro, während die anderen Vorstandsmitglieder eine Gesamtdirektvergütung von durchschnittlich knapp drei Millionen Euro erhielten. Berücksichtigt wurden zudem ausschließlich Vorstandsmitglieder, die das komplette Geschäftsjahr im Vorstand vertreten waren.

Eindrucksvolle Aufholjagd

„Die Aufholjagd der Frauen in den vergangenen vier Jahren, in denen sie beispielsweise im DAX fast viermal so stark zulegten wie die Männer, ist eindrucksvoll“, stellt Julie Linn Teigland, Regional Managing Partner der Region Deutschland, Schweiz und Österreich fest. Seit 2013 konnten sie ihr Gehalt um 15 % steigern. Bei den männlichen Vorständen erhöhte sich die Gesamtdirektvergütung seit 2013 hingegen im Durchschnitt lediglich um 4 %. Dementsprechend hat sich das Blatt in diesem Zeitraum gewendet: Im Jahr 2013 verdiente ein männliches Vorstandsmitglied im DAX noch 10 % mehr als ein weiblicher Vorstand, 2017 hatten die Frauen hingegen einen leichten Vorsprung von 1 %.

Im SDAX und TecDAX erhalten männliche Vorstände mehr Gehalt

Auch im MDAX haben die Frauen die Männer in Sachen Vergütung im Jahr 2017 in den Schatten gestellt. Hier erhielten die weiblichen Vorstände mit durchschnittlich 1,56 Millionen Euro 6 % mehr als die Männer mit 1,47 Millionen Euro. Im SDAX hingegen blieb die Gesamtvergütung der weiblichen Vorstandsmitglieder für das Jahr 2017 mit durchschnittlich 702.000 Euro deutlich unter den männlichen Kollegen, die auf 856.000 Euro kommen – hier verdienen die männlichen Vorstandsmitglieder also etwa 22 % mehr. Im TecDAX kommen die Männer im Durchschnitt auf eine Gesamtdirektvergütung von 984.000 Euro, die Frauen nur auf 655.000 Euro, also 33 % weniger. Dennoch wird die Kluft auch hier kleiner: Während die durchschnittliche Gesamtdirektvergütung männlicher Vorstandsmitglieder im SDAX im vergangenen Jahr um etwa 4 % gesunken ist, stieg die Vergütung weiblicher Vorstände um 1 % leicht an. „In den Vorstandsetagen der DAX- und MDAX-Unternehmen ist die Lohnlücke geschlossen und die Gleichberechtigung bei der Vergütung bereits Realität“, fasst Dr. Jens Massmann, Vergütungsspezialist und Partner bei EY, diese Ergebnisse zusammen. „Im SDAX und im TecDAX herrscht bei der Gehälter-Gleichstellung noch Nachholbedarf. Aber auch hier wird sich jedoch in Zukunft eine gleichberechtigte Vergütung durchsetzen“, ist Massmann überzeugt.

(EY / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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