Kategorien

Wenig Mittelständler nutzen europäischen Markt


Kleinere und mittlere Unternehmen stehen vor vielfältigen Hürden bei Aktivitäten jenseits der eigenen Grenzen. | © KfW

Nur 30 % der kleinen und mittleren Unternehmen exportieren ihre Waren und Dienstleistungen ins Ausland. Das geht aus einer Studie der fünf größten europäischen Förderbanken hervor. Häufige Hemmnisse sind fehlendes Fachpersonal und umständliche Bürokratie.

Die Rolle von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im internationalen Handel bleibt deutlich hinter dem Gewicht zurück, das sie in ihren jeweiligen Heimatmärkten haben. Das geht aus einer Studie hervor, die die nationalen Förderinstitute der fünf größten europäischen Volkswirtschaften jetzt in Brüssel vorgestellt haben. Im eigenen Land tragen die KMU demnach mehr als 50 % zur Wertschöpfung bei und stellen zwei Drittel der Arbeitsplätze bereit. Allerdings exportieren weniger als 30 % aller KMU ihre Waren oder Dienstleistungen auch ins Ausland.

„KMU brauchen qualifizierte Mitarbeiter“

Zu den größten Hemmnissen einer stärkeren Internationalisierung zählen fehlende Informationen über internationale Märkte, Schwierigkeiten, Geschäftspartner im Ausland zu finden, sowie umständliche Verwaltungsprozesse. Zudem ist der Zugang zu Investitionskapital für KMU im Vergleich zu großen Unternehmen deutlich schwieriger. Das erschwert zusätzlich die Finanzierung von Auslandsaktivitäten. Auch fehlendes Fachpersonal wird häufig als Hindernis genannt. „Um über die eigenen Grenzen hinaus zu wachsen, brauchen kleine und mittlere Unternehmen qualifizierte Mitarbeiter. Auch deshalb sind Investitionen in Bildung ein Schlüsselelement für die wirtschaftliche Zukunft Europas“, erklärt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der deutschen KfW-Förderbank.

Deutsche Unternehmen stehen besser da

Im Vergleich der fünf größten europäischen Volkswirtschaften sind deutsche Mittelständler deutlich internationaler ausgerichtet. Der Anteil der exportierenden KMU liegt in Deutschland mit 51 % mehr als 20 % über dem Durchschnitt. Neben der KfW-Bank beteiligten sich an der Studie die Förderinstitute Bpifrance (Frankreich), British Business Bank (Vereinigtes Königreich), Cassa Depositi e Prestiti (Italien) und Instituto de Crédito Oficial (Spanien). Die Studie zeigt, dass auslandsaktive KMU innovativer, wachstumsstärker und profitabler sind. Der Mittelstand braucht den europäischen Binnenmarkt“, betont der KfW-Vorstandsvorsitzende Dr. Günther Bräunig: „Er bietet niedrige Schwellen und hohe Rechtssicherheit beim Eintritt in die Märkte der Mitgliedsländer.“ Es sei Aufgabe einer nationalen Förderbank, kleine und mittlere Unternehmen durch geeignete Förderinstrumente dabei zu unterstützen, die Chancen internationaler Aktivitäten besser zu nutzen.

(KfW / RES JURA Redaktionsbüro)


Top