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Wirtschaft hat hohe Erwartungen an die Blockchain


Mehr als die Hälfte (54 %) der Großunternehmen mit 500 und mehr Beschäftigten hat sich bereits mit dem Blockchain-Einsatz befasst. 17 % davon geben an, dass bereits konkrete Projekte laufen. | ©DenysRudyi/fotolia.com

In einigen Aufsichtsräten finden sich bereits Blockchain-Experten als Mitglieder oder zumindest als externe Berater. Und das mit gutem Grund: Jedes dritte Großunternehmen hält Blockchain für so revolutionär wie die Erfindung des Internets.

Blockchain gilt neben Künstlicher Intelligenz und dem Internet of Things als Technologie mit einem enormen Potenzial. Jedes siebte Unternehmen (15 %) geht sogar davon aus, dass Blockchain die Gesellschaft und Wirtschaft ebenso stark verändern wird wie das Internet. Unter den Großunternehmen mit 500 oder mehr Mitarbeitern stimmt sogar jedes Dritte (36 %) dieser Aussage zu. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1.004 Unternehmen ab 50 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Es gibt Nachholbedarf

„Es gibt eine Vielzahl von oft revolutionären Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain. Weltweit arbeiten Unternehmen an Blockchain-Projekten, alltagstaugliche Lösungen sind aber noch Mangelware“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Jedes Unternehmen ist gut beraten, bereits heute die Möglichkeiten für das eigene Geschäft auszuloten und auf dieser Basis neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.“ Dabei sieht die deutsche Wirtschaft durchaus noch Nachholbedarf. So gibt jedes zehnte Unternehmen (10 %) an, dass die deutsche Wirtschaft verglichen mit anderen Ländern bei der Blockchain derzeit abgeschlagen sei, rund jedes zweite (46 %) ordnet sie unter den Nachzüglern ein.

Für den Blockchain-Einsatz fehlen Experten und Rechtssicherheit

Jene Unternehmen, die Blockchain bereits nutzen, darüber diskutieren oder den Einsatz planen, haben große Erwartungen an die Technologie. Praktisch alle (98 %) gehen davon aus, bestehende Produkte oder Dienstleistungen anpassen zu können. 82 % wollen so gänzlich neue Produkte und Dienstleistungen anbieten. Und zwei Drittel (66 %) geben an, dass sie dank Blockchain neue Geschäftsmodelle entwickeln können. Die große Mehrheit der Unternehmen verzichtet noch auf Blockchain-Projekte, weil sie derzeit keinen praktischen Anwendungsfall, so genannte Use- oder Business Cases, sehen (88 %). Ebenso viele geben an, dass es dafür an qualifiziertem Personal fehlt. Jeweils 7 von 10 Unternehmen beklagen rechtliche Unsicherheit (72 %) rund um Blockchain. Zwei Drittel nennen Anforderungen an den Datenschutz (66 %) und an die IT-Sicherheit (64 %) als Hemmnisse. Jedes dritte Unternehmen (37 %) hält die Investitionskosten für zu hoch.

Anwendungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen

Das größte Potenzial für die Blockchain sehen die Unternehmen beim Einsatz als dezentrale Handelsplattform oder dezentrales Transaktionssystem (70 %). Ein Beispiel dafür sind Kryptowährungen wie Bitcoin. Rund zwei Drittel (63 %) nennen die Möglichkeit, die Aktivitäten aller Partner einer Wertschöpfungskette nachvollziehbar zu gestalten. So lässt sich feststellen, ob das Ersatzteil wirklich vom Original-Hersteller stammt oder das Fleisch in der Kühltheke tatsächlich vom Bio-Rind. Rund jedes zweite Unternehmen geht davon aus, dass mit Blockchain die sichere und transparente Übertragung von Nachweisen über Eigentumsrechte möglich wird (57 %). Damit ließe sich etwa der Kaufvertrag über die Immobilie manipulationssicher auf einer Blockchain speichern, so dass kein Notar mehr erforderlich wäre.

(Bitkom / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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