Kategorien

Wirtschaftsprüfung: Umbruch im Jahr 2026 erwartet


Die Studienteilnehmer investieren in die digitale Transformation, vor allem bei der Standardisierung der Abschlussprüfung. | ©photon_photo/fotolia.com

Die deutschen Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaften (WP) beschäftigen sich immer ernsthafter mit der IT-gestützten Abschlussprüfung. Dies zeigt ein Anstieg der Investitionen in diesem Gebiet, vor allem innerhalb der 25 nach Umsatz führenden WP-Gesellschaften.

Die 25 nach Umsatz führenden WP-Gesellschaften sind davon überzeugt, dass im Jahr 2026 mehr Prüfungshandlungen autonom mittels Rechner ausgeführt werden als durch Menschen, zeigt das Ergebnis der Lünendonk®-Liste und  Studie 2019 „Führende Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften in Deutschland“, die das Marktforschungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder. Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass ihre Kunden in Ausschreibungen immer häufiger den Einsatz von Analysetools in Beratungsprojekten forderten. Diesen Bedürfnissen kommen die Wirtschaftsprüfer auch nach.

Die Kosten werden steigen

Durch den stärkeren Einsatz von Maschinen werden prüfungsleisten aber nicht günstiger. „Die Honorare werden steigen, da die Investitionen in die Technologien hoch sind und sich müssen amortisieren“, erklärt Professor Martin Plendl, Chief Executive Officer von Deloitte Deutschland. „Die Pricing-Modelle werden sich deshalb verändern. Es wird künftig weniger nach Stundensätzen abgerechnet werden, sondern Output-orientiert.“

Weitere Ergebnisse der Studie: Top 25 legen um 7,8 % zu

Bereinigt um Ausreißer sind die 25 führenden WP-Gesellschaften im Geschäftsjahr 2018 im Mittel um 7,8 % gewachsen (2017: 7,3%). „Die Entwicklungen der einzelnen Prüfer verliefen indes recht unterschiedlich“, sagt Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter von Lünendonk & Hossenfelder. „Die Grenzwerte liegen bei +22,5 % an der Spitze und -4,3 % am Ende. Hier zeigt sich, dass nicht alle Unternehmen gleichermaßen am Wachstum partizipierten.“ In Summe erzielten die Top 25 im Jahr 2018 einen Umsatz in Höhe von 9,15 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 8,8 % im Vergleich zum Vorjahr (2017: 8,4 Mrd. Euro). Bei einem Marktvolumen von 15,3 Milliarden Euro decken die Top 25 rund 60 % des deutschen WP-Markts ab (Big-Four-Marktanteil Deloitte, EY, KPMG und PwC: 48,5%).

Deloitte wiederholt stärkstes Wachstum innerhalb der Big Four

Innerhalb der Big Four fällt vor allem die erneut gute Entwicklung von Deloitte auf (+18,1%). Und auch KPMG fand nach einem schwächeren 2017 zu alter Form zurück (+10,2%). PricewaterhouseCoopers (PwC) ist weiterhin die größte WP-Gesellschaft Deutschlands. Mit einem Wachstum von 4,1 % steigerte das Unternehmen den Inlandsumsatz auf 2.156,2 Millionen Euro. Im Vorjahr konnte PwC noch um 9,1 % zulegen. Weiterhin auf Position zwei liegt Ernst & Young (EY) mit 1.970,0 Millionen Euro (+7,8%). In 2018 und 2019 machte das Big-Four-Unternehmen Schlagzeilen aufgrund der erfolgreichen Gewinne namhafter Prüfungsmandate wie Deutsche Bank, Lufthansa und Volkswagen. KPMG bleibt EY mit 1.830,0 Millionen Euro auf den Fersen.

(Lünendonk / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


Top