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Wirtschaftsprüfung: Vollgestützte IT-Prüfung kommt


Das gute Wachstum der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in 2017 ist unter anderem auch auf die Prüferrotation zurückzuführen, von der „die Großen“ profitieren. | © Andrey Popov / fotolia.com

Was vor drei Jahren von führenden Wirtschaftsprüfern noch skeptisch beurteilt wurde, gewinnt zunehmend an strategischer Bedeutung: Immer mehr Teilnehmer der diesjährigen Lünendonk®-Studie 2018 passen ihren Prüfungsansatz auf eine IT-gestützte Vollprüfung an.

Seit mehreren Jahren befragt Lünendonk die Studienteilnehmer der Studie „Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften in Deutschland“ nach digitalen Modifikationen innerhalb der Abschlussprüfung. Auf die Frage „Inwieweit erwarten Sie eine Änderung des Prüfungsansatzes hin zu einer IT-gestützten Vollprüfung“ antworten immer mehr Prüfer zustimmend. Auf einer Skala von 1 (gar nicht) bis 10 (sehr stark) steigt der Mittelwert 2018 um 0,3 Punkte auf 6,8. Damit verbunden ist eine Erhöhung der Investitionen in die Digitalisierung: So wollen die Top-25-Gesellschaften im Durchschnitt 2,8 % des Jahresumsatzes über den IT-Betrieb hinaus für smarte Produkte und Lösungen einsetzen. Bei den Next Ten sind es 3,6 %.

Steuer- und Rechtsberatung gewinnt an Bedeutung

Interessant ist auch die Tatsache, dass die stärksten Wachstumspotenziale weniger in der Prüfung, sondern weiterhin in der Steuer- und Rechtsberatung gesehen werden. Die 25 nach Inlandsumsatz führenden Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften haben das prognostizierte Wachstumsziel für das Jahr 2017 verfehlt – wachsen indes weiter auf hohem Niveau. Im Durchschnitt sind deren Inlandsumsätze 2017 um 7,3 % gestiegen (Prognose aus dem Frühjahr 2017: 8,9%). Im Geschäftsjahr 2017 fällt vor allem die Entwicklung von Deloitte auf (+34%). Die WP-Gesellschaft holt deutlich auf innerhalb der Lünendonk®-Liste 2018 „Führende Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften in Deutschland“, welche das Marktforschungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder veröffentlichte.

Fünf WP-Gesellschaften wuchsen im zweistelligen %bereich

Das Wachstum wird stark beeinflusst von der Performance der Big Four: Deloitte, Ernst & Young (EY), KPMG und PricewaterhouseCoopers (PwC) steigerten ihre Deutschlandumsätze im Durchschnitt um 15,8 % (Prognose aus dem Frühjahr 2017: 10%). Bereinigt um deren Entwicklung liegt die Umsatzsteigerung der Top 25 bei nur 6,9 % (Vorjahr: 8,1%). In diesem Durchschnittswert bleibt das überproportionale Wachstum von ETL unberücksichtigt (+70%). „Die Big Four eilen mit Siebenmeilenstiefeln voran“, sagt Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter von Lünendonk. „Unter den fünf WP-Gesellschaften mit zweistellig prozentualem Wachstum befinden sich mit Deloitte und EY zwei Big-Four-Unternehmen. Auch die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr sind stark. Gerade Deloitte und EY erhoffen sich von der Abschlussprüferrotation, Beratungsprojekten sowie der Dynamik in weiteren Wachstumsfeldern deutliche Impulse.“

(Lünendonk / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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