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Zur Altersversorgung der DAX-Vorstände


Bilanziell anspruchsvoll: Pensionsverpflichtungen umfassen den Wert der Leistungen, insbesondere Rentenzahlungen, die Unternehmen an ihre aktuellen und künftigen Betriebsrentner zu leisten haben. | © apops/ fotolia.com

Der aktuelle Wert der Pensionszusagen für die Vorstandsvorsitzenden der DAX-Konzerne ist im Geschäftsjahr 2016 erwartungsgemäß gestiegen. Er beläuft sich für die Vorstandsvorsitzenden der 30 größten deutschen Unternehmen im Median auf 9,428 Mio. Euro (+ 6,5 Prozent).

Der Anstieg der Pensionszusagen ist vor allem durch die Zinsentwicklung getrieben. Der für die Bewertung der Pensionsverpflichtung zugrunde gelegte Rechnungszins sank im Median auf 1,8 Prozent (Vorjahr: 2,5 Prozent). Der jährliche Unternehmensaufwand für die Pensionszusage des Vorstandsvorsitzenden betrug durchschnittlich 644.522 Euro. Die betriebliche Altersversorgung ist mit einem Anteil von etwa 11 Prozent ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtvergütungspakets der Vorstände. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Vorstandsversorgung im DAX 2016“ der Unternehmensberatung Willis Towers Watson. Sie basiert auf den Angaben in den Geschäftsberichten der 30 DAX-Unternehmen.

Pensionszusagen höchst individuell und schwer vergleichbar

„Nicht nur die Vergütungen der DAX-Vorstände, auch ihre Altersversorgungsansprüche unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen deutlich. Die zugesagte Altersversorgung ist meist mit der Vergütung verknüpft – und diese richtet sich nach Größe, Branche und Geschäftserfolg des jeweiligen Unternehmens“, berichtet Helmuth Uder, Leiter Talents & Rewards bei Willis Towers Watson. Dr. Thomas Jasper, Leiter Retirement bei dem Beratungsunternehmen fügt hinzu: „Der ausgewiesene Wert der Pensionszusage hängt darüber hinaus wesentlich von den Einzelheiten der Pensionszusage, der Anzahl der insgesamt geleisteten Dienstjahre sowie dem Alter der Person ab.“ Um den aktuellen Wert einer Pensionszusage („present value of the defined benefit obligation“, DBO) sowie den jährlichen Unternehmensaufwand („current service cost“, SCO) gemäß den Rechnungslegungsstandards in der Bilanz offenzulegen, sind bei der Ermittlung zudem weitere, extern vorgegebene Faktoren maßgeblich, wie die Höhe des Rechnungszinses oder die statistische Lebenserwartung.

Aussagekraft der Kennzahlen

Gemäß den Bilanzierungsvorschriften wird der Wert von unterschiedlichen Pensionszusagen einheitlich in zwei Kennzahlen ausgedrückt, welche die unterschiedlichen Einflussfaktoren zusammenfassen sowie die Kapitalmarktverhältnisse berücksichtigen und der Vergleichbarkeit dienen sollen. bAV-Experte Jasper merkt an: „Die ausgewiesenen Werte liefern einen Anhaltspunkt, bedürfen aber der Interpretation der Berechnungsannahmen und ergänzender Informationen zur Systematik.“ Er führt weiter aus: „Das Kriterium der Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen und zwischen aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren können die anzugebenden Werte aufgrund der Vielzahl und Bandbreite der zu berücksichtigenden Faktoren jedoch nur eingeschränkt erfüllen.“

Höhe der tatsächlichen Rentenzahlungen

Auch die Höhe der tatsächlichen Betriebsrentenzahlungen bzw. voraussichtlichen Kapitalbeträge im Alter kann nur mit einem Blick in die Pensionsregelung des jeweiligen Unternehmens detaillierter analysiert werden. Helmuth Uder von Willis Towers Watson ergänzt: „Darüber hinaus lässt sich die Angemessenheit einer Pensionszusage nur im Kontext des gesamten Vergütungspakets beurteilen.“ „Mehr Transparenz und Vergleichbarkeit könnte durch spezifisch für Ausweiszwecke ermittelte – statt lediglich aus der Rechnungslegung übernommene – Kennzahlen erreicht werden, etwa durch Ermittlung einer ‚fiktiven Kostenprämie‘ zur (Aus-) Finanzierung der zugesagten Pensionsanwartschaft. Die Ermittlung würde jedoch Zusatzaufwand für die Unternehmen bedeuten“, so Jasper.

Bessere Steuerung durch neue Gestaltung

Bis vor etlichen Jahren waren z.B. endgehaltsabhängige Pensionszusagen weit verbreitet, welche für die Vorstände eine Rentenzahlung in Höhe von etwa 40 bis 60 Prozent der letzten festen Vergütung vorsahen. Seit einigen Jahren stellen viele Unternehmen – nicht nur für die Vorstandspensionen, sondern auch für die Betriebsrenten der Belegschaft – auf beitragsbasierte Pensionszusagen um. „Beitragsbasierte Pensionszusagen stellen den monetären Wert der Jahr für Jahr erarbeiteten Pensionsansprüche in den Vordergrund. So wird auch der Wert für den jeweiligen Mitarbeiter stärker transparent. Zudem unterstreichen solche Pensionszusagen, dass die Altersversorgung ein integraler Bestandteil der Vergütung ist“, betont Willis-Towers-Watson-Experte Jasper. Verfügten im Geschäftsjahr 2012 noch 45 Prozent der Vorstandsvorsitzenden über eine beitragsbasierte Pensionszusage, sind es heute bereits mehr als 60 Prozent. „Für Unternehmen haben beitragsbasierte Pensionszusagen den Vorteil, dass sie eine gute Steuerung der für Pensionszusagen typischen Risiken erlauben“, so Jasper. Hierzu zählen insbesondere die mit Pensionszusagen verbundenen „Langlebigkeitsrisiken“ bei Rentenauszahlung und das Zinsrisiko aufgrund der Volatilität der Kapitalmärkte.

(Willis-Towers-Watson/ Viola C. Didier)


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