Aktuelle Stichworte

Public Interest Entity

Als Ergebnis der Abschlussprüfungsreform auf EU-Ebene wurden im Jahr 2014 sowohl eine diesbezügliche EU-Richtlinie (RL 2014/56/EU) als auch eine EU-Verordnung (VO [EU] Nr. 537/2014) verabschiedet. Während die EU-Verordnung unmittelbar zu geltendem Recht in den Mitgliedstaaten wurde, musste die EU-Richtlinie vom deutschen Gesetzgeber in nationales Recht transformiert werden. Dies geschah zum einen mit dem Abschlussprüferaufsichtsreformgesetz (APAReG) vom 31.03.2016 sowie zum anderen mit dem Abschlussprüfungsreformgesetz

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Hindsight Bias bei der Vorstandshaftung wegen Compliance-Verstößen

Der Effekt, dass ein Ereignis in der Rückschau („hindsight“) als vorhersagbarer eingeschätzt wird, als dies in der Vorschau („foresight“) tatsächlich der Fall gewesen ist, wird in der Wahrnehmungspsychologie als „Hindsight Bias“ (dt. „Rückschauverzerrung“) bezeichnet. Das Phänomen des Hindsight Bias ist in der Psychologie umfassend erforscht; dabei ist anerkannt, dass der Effekt insbesondere auch die gutachterliche oder gerichtliche Entscheidungsfindung in Haftungssachverhalten nachhaltig beeinflussen

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Finanzierungsinstrument Unitranche

Seit einigen Jahren wird auch in Deutschland, insbesondere im Bereich der Akquisitionsfinanzierung mittelständischer Unternehmen, das Finanzierungsinstrument Unitranche eingesetzt. Aus rechtlicher Sicht handelt es sich hierbei nicht um eine Innovation, sondern um ein endfälliges Darlehen mit einer Laufzeit von ca. fünf bis acht Jahren, das (i.d.R.) von einem einzelnen Kreditfonds (Anbieter in Deutschland sind beispielsweise Alcentra, Ares und BlueBay) vergeben wird. Ursprünglich auf den amerikanischen

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Datenschutz-Grundverordnung – Vorstandshaftung droht

Ab 25.05.2018 ist die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) mit dem neuen Bundesdatenschutzgesetz (BDSG 2017) anzuwenden. Vieles bleibt ähnlich wie heute. Richtig große Änderungen wären in einer großen Aktiengesellschaft kaum umsetzbar gewesen. So ist das kommende neue Recht eine gemäßigte Fassung des bisherigen Rechtsstands. Dennoch schafft die DSGVO mit dem neuen BDSG für Unternehmen einen erheblichen Arbeitsaufwand. Es besteht dringender Handlungsbedarf für den Vorstand. Denn die meisten Datenschutzpflichten

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Societas Unius Personae (SUP) – Auf dem Weg zum EU-Konzernbaustein?

Die Exportnation Deutschland wartet seit Jahren darauf, dass der europäische Gesetzgeber für die grenzüberschreitende Tätigkeit eine passende Rechtsform bereitstellt. Derzeit gründen deutsche Unternehmen, die in einem anderen EU-Mitgliedstaat tätig werden wollen, dort zumeist eine Gesellschaft nationalen Rechts. Sie bewegen sich dabei auf unsicherem Gelände. Denn das Recht der GmbH und ihrer ausländischen Pendants wurde bislang europäisch nicht angeglichen und hält selbst für Spezialisten immer wieder

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Repräsentationsaufgaben des Aufsichtsrats

Die oberste Instanz der deutschen Aktiengesellschaft ist die Hauptversammlung. Als Organisation aller Aktionäre, der Eigentümer des Gesellschaftskapitals, stehen ihr die zentralen, „lebenswichtigen“ Entscheidungen („geschriebene wie ungeschriebene Hauptversammlungskompetenzen“) zu. Die allermeisten Entscheidungen, namentlich die Personalkompetenz für die Unternehmensführung, überträgt die Hauptversammlung, meist durch Wahl, dem Aufsichtsrat. Dessen vornehmste Aufgabe ist es daher auch, für eine kompetente

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Investor Activism

Das Auftreten aktivistischer Aktionäre und Investoren bei börsennotierten Gesellschaften hat in den letzten Jahren stark zugenommen. In der jüngeren Vergangenheit haben etwa die aktivistischen Investments von Cevian an Bilfinger und ThyssenKrupp für großes Aufsehen gesorgt, daneben die aktive Rolle von Elliott bei den öffentlichen Übernahmen von Kabel Deutschland und Celesio, nicht zuletzt auch die Beteiligung von Knight Vinke an E.ON und von The Children’s Investment Fund (TCI) an VW; seit Anfang

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DIN SPEC 33456 – Haftungsfalle oder Arbeitshilfe?

Seit Dezember 2015 liegen mit der DIN SPEC 33456 „Leitlinien für Geschäftsprozesse in Aufsichtsgremien“ vor. Diese DIN wendet sich an die Mitglieder von Aufsichtsräten und will diesen für die Erfüllung ihrer Aufgaben „praxistaugliche Leitlinien, nach denen sie sich bei der Erfüllung ihrer Sorgfaltspflichten richten können“, an die Hand geben. Aus Sicht des Juristen wirft dieser Anspruch natürlich die Frage auf, ob die DIN SPEC 33456 mit ihren ausführlichen Beschreibungen von (Geschäfts-)Prozessen,

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